MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Karl-Hermann Müller
Unermüdliches Engagement
Ehrenpräsident Hessischer Behinderten- und Rehabilitationssportverband
Mierendorffstraße 4
36037 Fulda
Behindertensport ohne Karl-Hermann Müller und Karl-Hermann
Müller ohne Behindertensport? Beides ist schier undenkbar. Dreht sich
doch das Leben des 1926 in Butzbach Geborenen bald 55 Jahre um den
Behindertensport, seine Verdienste darum sind immens, von lokaler
Ebene aufwärts bis hin zum internationalen Parkett.
Mit 18 Jahren verlor Karl-Hermann Müller als Soldat im Zweiten
Weltkrieg seinen linken Arm – und damit vorübergehend auch sein
Selbstbewusstsein. Es war der Sport, der ihm wieder den Lebensmut
zurückgegeben habe, sagt er rückblickend. Diese Erfahrung wollte er
auch an andere weitergeben, deshalb gründete er 1954 den Fuldaer Verein
für Sport und Gesundheit, dessen Vorsitz er noch immer innehat.
Beruflich verwirklichte sich Karl-Hermann Müller in der Bankenbranche,
arbeitete als Bankkaufmann, Bankinspektor und schließlich bis
zu seiner Pensionierung als Oberbankinspektor bei der Bundesbank.
Für sein Anliegen, gehandicapten Menschen über den Sport ein
Stück Lebensfreude zu vermitteln, machte sich Karl-Hermann Müller
bald schon auch weit über die Stadtgrenzen von Fulda hinaus stark.
1956 wurde er in den Hessischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband
gewählt und trat 1965 das Amt des Präsidenten an, das
er bis zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2006 ausübte, seitdem ist er
Ehrenpräsident des heute 40.000 Mitglieder starken Verbandes.
Lange Zeit war Karl-Hermann Müller auch Schatzmeister des Deutschen
Behindertenverbandes, 1981 wurde er als deutscher Vertreter in
das Exekutiv-Komitee der Internationalen Organisation des Behindertensportes
ISOD gewählt und erlangte dort als Vize-Präsident und Finanzier
weltweite Anerkennung.
Als er sich mit 73 Jahren vom ISOD verabschiedete, wurde dies
zu einem der Höhepunkte in seinem Leben. Denn als erster Sportler
überhaupt wurde er vom Weltverband zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit
ernannt. Aber auch unzählige weitere Ehrungen bringen sein Lebenswerk
und Engagement um den Behindertensport zum Ausdruck, zu
den wichtigsten zählen das Bundesverdienstkreuz sowie der Hessische
Verdienstorden.
Bei all der Anerkennung ist Karl-Hermann Müller ein bescheidener
Mensch geblieben, der seine Aktivitäten schlicht formuliert: „Ich finde
es einfach schön, wenn man Menschen helfen kann und wenn diejenigen
wieder lachen, die vorher nicht lachten“.