MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christina und Joachim Müller
Am Ende wird alles gut und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht am Ende.
An der Fuhne 2
06766 Wolfen
Sie sind ein glückliches Paar und wollen zusammen noch älter werden, aber nicht pflegebedürftig. Christina und Joachim Müller aus Wolfen in Sachsen-Anhalt haben 1979 den Bund fürs Leben geschlossen. Das Ehepaar hat zwei Kinder und inzwischen drei Enkel. Tochter Sabine kam 1972 zur Welt und arbeitet als Physiotherapeutin in Berlin. Sohn Sebastian wurde 1978 geboren und ist Außenhandelskaufmann. Die Müllers sind stolz auf ihre Familie und alles, was sie sich gemeinsam geschaffen haben. Christina Müller, Jahrgang 1953, ist eine Hausgeburt, sie wurde in Zscherndorf geboren. Die Eltern (Mutter Kindergärtnerin, Vater Diplomingenieur) hat sie als nicht sesshaft in Erinnerung, „wir sind viel umgezogen, ich glaube insgesamt sechsmal“, berichtet Christina aus ihren Kindheits- und Jugenderinnerungen. Sie musste oft die Schule wechseln. Nach dem Abitur in Wolfen wollte Christina Hebamme werden, aber sie sollte studieren. Mit 18 Jahren bekam sie ihr erstes Kind und fing an, in Halle an der Universität Wirtschaftsrecht zu studieren. Ihre Eltern betreuten das Kind, das viel krank war. Nach neun Monaten brach Christina Müller ihr Studium ab und erlernte endlich den Beruf einer Hebamme. Im August 1975 fing sie im Krankenhaus in Wolfen an und holte in anderthalb Jahren ihrer Dienstzeit als Hebamme rund 800 Kinder auf die Welt. Das sei ein schönes Gefühl gewesen, blickt Christina Müller heute zurück. Damals seien 1200-1800 Babys im Jahr in Wolfen geboren worden. Heute kämen vergleichsweise in Bitterfeld (Wolfen wurde geschlossen) etwa 500 Säuglinge im Krankenhaus zur Welt. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes machte Christina ein Jahr Babypause und startete als Krankenschwester in der Gynäkologie in der Aufnahme für ein Jahr. Es folgte Dienst in der Schwangerenberatung in Wolfen, das hätte Christina Müller, die sich immer wieder weiterbildete, gerne bis zur Rente gemacht. Die Wende kam dazwischen. Christina stieg beim DRK ein, arbeitete an verschiedenen Stellen wie Schwangerenberatung, Familienberatung, Kontaktcafé und Suchtberatung. Sie qualifizierte sich zur Diplomsozialarbeiterin. Im März 2018 trat sie vorzeitig in die Rente. Heute entspannt sich Christina Müller in der Natur und im Ehrenamt als Leiterin einer Seniorensportgruppe beim DRK. Ehemann Joachim Müller, Jahrgang 1946, wurde in Burgkemnitz geboren, erlernte nach seiner Schulzeit den Beruf eines Chemiefacharbeiters und wurde dann später Berufskraftfahrer. Bei der GST hatte er alle Führerscheine gemacht. Bis 1979 fuhr er Bus, machte seinen Verkehrsmeister. Nach der Wende orientierte er sich beruflich neu, zunächst im Außendienst für Büromöbelverkauf und von 1993–2010 in der Versicherungswirtschaft. Letzteres war genau sein Ding und er ist dankbar für die vielen Weiterbildungen, die er dort genießen konnte. Seit Müllers, für die es Höhen und Tiefen zu meistern galt, im Ruhestand sind, reisen sie viel und genießen ihren Garten.