MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Fritz Müller

Ein 56-jähriges Arbeitsleben

Fritz Müller

Zimmermann, Bergmann (Hauer), Ingenieur für Bergbautechnik, Grubenbereichsleiter und zweimaliger Geschäftsführer
07549 Gera

1950 schloss Fritz die 8. Klasse ab und ging in die Zimmermannslehre im Kreisbaubetrieb Oelsnitz/Vogtland, die er aufgrund guter Leistungen schon nach 2 Jahren erfolgreich beendete. 1955 nahm Fritz Arbeit bei der Wismut als Bergmann auf. Dies war der Beginn seiner langjährigen Tätigkeit in diesem überwältigendem Betrieb. Nicht nur, die auch schon damals geltende Probezeit, war für Fritz, dank seiner Einstellung zur Arbeit und den gewohnt guten Leistungen nach 14 Tagen beendet, nein er wurde auch nach seiner kurzen Tätigkeit als Hilfsarbeiter in eine Abbau+Vertrieb-Vortriebs Brigade versetzt und erlernte seinen 2. Beruf als Bergmann (Hauer) in Verbindung mit der Zusatzqualifizierung Radiometrist und Sprenghauer. Bald erkannte man seine Fähigkeiten im Umgang mit Menschen und als Bergmann. Er wurde als Steiger, Revierleiter und von 1963-1974 als Bereichsleiter BB Reust für 350-400 Bergleute Untertage eingesetzt. Während seiner täglichen Arbeit holte er im Abendstudium die 10. Klasse nach und qualifizierte sich in einem vierjährigen Abendstudium zum Ingenieur für Bergbautechnik. Als 1990 der Uranerzbergbau eingestellt wurde, war er der dienstälteste Grubenbereichsleiter der Wismut. Im Dezember 1989 setze ihn die Unternehmensleitung der Wismut als alleinigen Geschäftsführer der eigenständigen Gesellschaft für Arbeitsförderung Ronneburg (GfA) ein. Somit begann die Arbeit, 8000 ehemalige Bergleute in die GfA mit den Zielen, der Wiederein-gliederung in ein neues Berufsleben, der Qualifizierung in andere zukunftsfähige Berufszweige oder der Vorbereitung des Vorruhestand bzw. der Rente zu übernehmen. Um Bergleute in ABM Maßnahmen unterbringen zu können, arbeitete er mit 56 Bürgermeistern und Kommunen zusammen, die in Erstgesprächen von der Idee der Integration ehemaliger Mitarbeiter der Wismut überzeugt werden mussten. Doch nicht genug. 2002 übertrug man ihm die zusätzliche Aufgabe, die gleichgelagerte GfA Chemnitz mit der Außenstelle Pirna und Aue als Geschäftsführer zu betreuen. Nun war er für die soziale Betreuung und zukünftige Arbeitsplätze von 14000 Bergleuten verantwortlich. Stolz darf er auf diese Zeit zurückblicken, wissend, wie vielen Menschen er in Zeiten persönlicher und beruflicher Ungewissheit half. Noch heute spürt er bei Begegnungen den Dank. Um Bürgerinnen und Bürgern die damals eingesetzten Technologien und Großgeräte sowie die heutige Veränderung der Landschaft der ehemaligen Wismutregion zeigen zu können, wurde im Jahr 1994 von ihm der Tag der Umwelt ins Leben gerufen, welcher noch heute jährlich begangen wird.
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