MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hermann und Luzie Müller
Sich selbst und damit das Glück im Leben finden
Transportarbeiter
Tabakfacharbeiterin und Landwirtin
Bertelsdorfer Str. 116
09661 Hainichen
Hermann und Luzie Müller lernen sich beim Familienfest eines Arbeitskollegen kennen und heiraten 1972. Sie empfinden es bis heute als ein sehr großes Glück, sich gefunden zu haben und überzeugen im Gespräch durch ihre Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft. Sie selbst haben es am liebsten mit freundlichen Menschen zu tun. Die im Jahr 1974 geborene Tochter Peggy arbeitet als kaufmännische Angestellte, deren 1979 geborene Schwester Antje ist als Bürokauffrau tätig. Zur Familie gehören insgesamt fünf Enkelkinder.
Luzie Müller hat keinen leichten Start ins Leben. Sie wird am 15. Mai 1943 geboren, die Familie muss ihre angestammte Heimat verlassen und findet eine neue Bleibe in Dittersbach. Hier wohnen bis zu zehn Menschen in einem Raum, die kleine Luzie muss schon früh im Haushalt mithelfen. Die Schule verlässt sie nach der achten Klasse, danach arbeitet sie als Jungarbeiterin in der Zigarrenfabrik in Frankenberg. Diese wird 1968 aufgelöst und in eine Polytechnikfabrik umgewandelt, in der Luzie Müller bis zur Geburt ihrer ältesten Tochter als Fräserin arbeitet. Später ist sie Verkäuferin in Hainichen und später in der LPG in der Küche und in der Rinderzucht tätig. Mit den Umbrüchen ab 1989 wird auch sie arbeitslos, sie ist in mehreren AB-Maßnahmen beschäftigt und absolviert Umschulungen. Die anfängliche Freude über das neue Geld und die Wiedervereinigung ist so schnell wieder verflogen.
Hermann Müller kommt am 21. September 1940 in Hainichen zur Welt und wächst mit der Landwirtschaft auf. Als Kind ist er viel krank und hat trotzdem viel Spaß mit Gleichaltrigen. Nach der Schule arbeitet er auf dem Hof des Vaters mit. Auch die Eltern müssen 1960 den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) beitreten. Diese sieht Hermann Müller heute positiv. „Das Leben wurde geregelter, es gab auch mal Freizeit.“
Seine Krankheit, die Epilepsie, macht Hermann Müller sein Leben lang zu schaffen, sie nimmt ihm auch den Führerschein. Er arbeitet rund 30 Jahre beim Baustoffhandel. Der Bauhof besitzt einen Bahnanschluss. „Wir haben fast alles mit der Hand ausgeladen, oft war auch schon viel Material zerstört“, erinnert sich Hermann Müller. Als ab 1990 die Handarbeit durch Gabelstapler ersetzt wird, verliert er seine Arbeit und entscheidet sich für die Frühverrentung.
Das Ehepaar Müller und die jüngere Tochter mit ihren drei Kindern wohnen zusammen in einem Haus und fühlen sich sehr wohl dabei. Sie gehen oft gern gemeinsam im Wald spazieren und freuen sich stets von neuem auf die Feste im Kreise der Familie. Sie wollen dieses Leben noch lange bei guter Gesundheit genießen können.