MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gottfried und Annegret Müller
Vier Esel gehören zur Familie
Agraringenieur Pflanzenproduktion
Köchin
Hermsdorf 42
09661 Rossau
Fon: 03727/ 648080
Auch wenn es ihnen nicht mehr so ganz leicht fällt, etwas Arbeit auf dem Feld, im Stall gehört immer noch zu ihrem Leben. Die Hühner, die Esel, die seit 1973 dazu gehören und von denen momentan vier Exemplare zur Familie zählen, wollen betreut sein.
Als Ältester von drei Geschwistern wuchs Gottfried Müller in einer bäuerlichen Familie auf. In Hermsdorf (heute Ortsteil von Rossau) kam er 1945 zur Welt. Im Nachbarort Ringethal besuchte er acht Jahre die Schule, dann zwei Jahre die Pestalozzi-Oberschule in Mittweida, das Abitur legte er in Hainichen ab. Danach arbeitete er drei Jahre als Traktorist in der örtlichen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), der sein Vater inzwischen beigetreten war. Nun folgte ein Studium an der Ingenieurschule in Dahlen und Döbeln, das er als Agraringenieur für Pflanzenproduktion abschließen konnte. Danach wurde er als Leiter der Feldwirtschaft in der LPG eingesetzt, wechselte später als Trockenmeister ins Seifersbacher Trockenwerk und bis 1992 dann in die Zwischenbetriebliche Einrichtung (ZBE) Schweinezucht, erst als Futtermeister, die letzten zwei Jahre als Meister in der Mast. Als die Anlage stillgelegt wurde, baute er eine Recycling-Firma für Bodensanierung mit auf, wirkte hier bis zum Renteneintritt.
Seine Frau Annegret kam 1947 in Spaatz (Kreis Rathenow) zur Welt. Sie besuchte die Schule bis zur 8. Klasse, absolvierte dann eine Gärtnerlehre. Danach gründete sie eine Familie in erster Ehe, aus der zwei Kinder hervorgingen und die sie vom Brandenburgischen ins Sachsenland führte. In Mühlbach bei Frankenberg arbeitete sie als Küchenhilfe in der dortigen LPG und im Motorenwerk, konnte sich im Krankenhaus Frankenberg noch zur Köchin mit Facharbeiterabschluss qualifizieren. Die Heirat mit Gottfried Müller führte sie 1983 nach Hermsdorf. Da wurde der tägliche Weg nach Mühlbach zur Arbeit zu weit, zumal 1984 der gemeinsame Sohn Thomas geboren wurde. In der Küche des Kindergartens bzw. später der Schule von Ringethal fand sie neue Aufgaben. Als 1991 ihre Arbeit dort nicht mehr gefragt war, besuchte sie Weiterbildungen, wirkte als Mitarbeiterin einer Pension und baute ein Jahr die Kirchhofsmauer mit auf. Mit sechzig Jahren war ihr Ruhestand wohlverdient. Engagiert wirkte Gottfried Müller auf lokaler Ebene als Gründungsmitglied des Rossauer Geschichtsverein, als Mitglied im Gemeinderat und lange Jahre im Kirchenvorstand. Noch heute agiert er im Vorstand der Jagdgenossenschaft.