MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Doris Müller
Hilfe zur Selbsthilfe
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Zentrum für Integration e.V.
Demmeringstraße 115
04179 Leipzig
Fon: 0341 4804311
Internet: www.zfi-leipzig.de
Sie haben sich viel vorgenommen, die Angestellten und die ehrenamtlichen
Mitarbeiter des Leipziger Zentrums für Integration e.V., das
sich seit 1992 unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes
etabliert hat. Das Team um Vereinsvorsitzenden Thomas Peisker und
Geschäftsführerin Doris Müller engagiert sich seitdem sehr für Menschen
mit und ohne Behinderung, die sich oft am Rand der Gesellschaft
bewegen. Die Mitarbeiter verstehen sich als erste Ansprechpartner für
Betroffene, können Helfer und Begleiter sein in vielen Problemsituationen,
bieten vor allem Hilfe zur Selbsthilfe. In zahlreichen Projekten
dieser offenen Begegnungsstätte finden alle, die Unterstützung suchen,
den richtigen Anknüpfungspunkt. Das sind jährlich ca. 1500 Menschen,
ein Beweis dafür, wie notwendig eine solche Einrichtung ist. Die Erfolge
des Teams lassen sich nicht immer in Zahlen messen und müssen täglich
neu erarbeitet werden. Und keiner weiß das besser als Doris Müller, ist
sie doch seit vielen Jahren in die Vereinsarbeit involviert, weiß um die
emotionalen und körperlichen Befindlichkeiten ihrer „Stammgäste“.
Doris Müller, 1958 in Magdeburg geboren, ist selbst seit Kindertagen
durch Schwerhörigkeit behindert. Deshalb sucht sie sich nach dem
Schulabschluss einen passenden Beruf, wird Maschinenbauzeichnerin.
Dafür muss die junge Frau jedoch nach Leipzig und hier findet sie ihren
Mann Harry, ebenfalls schwerhörig, und eine neue Heimat. Im Pumpenund
Gebläsewerk arbeitet Doris Müller in ihrem Beruf, qualifiziert sich
zum Konstrukteur weiter. Zur Wende muss sich die junge Frau beruflich
neu orientieren. Sie absolviert Qualifizierungen, bekommt 1996 eine
ABM-Stelle im Verein. Es ist, als hätte man schon auf sie gewartet. Von
Anfang an kniet sich Doris Müller in ihre Aufgaben, durch ihre freundliche
unkomplizierte Art findet sie schnell Zugang zu den Menschen, die
Hilfe suchen, baut eine vertrauensvolle Beziehung zu ihnen auf. Auch
zum Vereinspersonal entwickeln sich freundschaftliche Bindungen und
als die damalige Leiterin, Edith Holz 2007 stirbt, übernimmt Doris Müller
die Verantwortung für das Integrationszentrum. In ihrem Sinn führt sie
die Projekte wie „Drahtseil“, wo es in Zusammenarbeit mit Schulen um
Drogen-, Sucht- und Gewaltprävention geht, oder die soziale Betreuung
von Senioren und Behinderten weiter.
Leider kommt nun die Freizeit viel zu kurz, doch die dankbaren
Worte und die Herzlichkeit, die ihr von allen Seiten entgegenschlägt,
entschädigen für so manchen entgangenen Theaterbesuch.