MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Annerose Müller
Ehrgeiz ist ihre persönliche Stärke
Diplomingenieurin (FH) für Feinwerktechnik
99885 Ohrdruf
„Man muss alles mitgemacht haben, um mitreden zu können.“ Für Annerose Müller aus dem thüringischen Ohrdruf ist das ein Lebensmotto. Die 1943 in Schwarzenbrunn (Kreis Hildburghausen) geborene Frau ist seit 1965 verheiratet mit ihrem Mann Karl-Heinz (Feinmechaniker, Werkzeugmacher, Reparaturschlosser). Das Ehepaar hat einen Sohn (Heiko, geboren 1966, gelernter Möbel- und Bautischler) und drei Enkelkinder. Anneroses Eltern stammen aus Ohrdruf, deshalb wurde sie dort auch eingeschult. Durch die Arbeit des Vaters zog die Familie nach Schwarza bei Suhl, wo Annerose ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Nach dem Abschluss der 8. Klasse machte Annerose eine Ausbildung als Mechanikerin (bis 1960) in einem Betrieb, der Büromaschinen herstellte. Nach ihrer Lehre arbeitete sie dort zwei Jahre am Fließband in der sogenannten Zählwerkmontage (Rechenmaschinen). Ihr damaliger FDJ-Chef motivierte die ehrgeizige junge Frau, zum Studium zu gehen. Sie ließ sich von ihrem Betrieb an die Ingenieurschule nach Glashütte delegieren und studierte von 1962–1965 Technologie für Feinwerktechnik. Zurückgekehrt in ihren Betrieb, wurde sie als Ingenieurin in der Technologie eingesetzt. Sie kündigte 1966 wegen Wohnortwechsel. Annerose Müller fing im Kranbau in Luisenthal an, wieder als Technologin. Bis zur Wende war sie dort beschäftigt. Nach ihrer Kündigung 1991 – die Technologie war mit dem Niedergang der DDR in der Auflösung – besuchte sie Lehrgänge des Arbeitsamtes, zum Beispiel für Schreibmaschine und Kaufmännischen Assistent. Sie schloss mit sehr guten Ergebnissen ab. 1994 wurde Frau Müller der Grad Diplom Ingenieur (FH) zuerkannt. Nach einem erfolgreichen Praktikum übernahm Annerose 1995 in einem neu gegründeten Unternehmen, das Wohnblöcke sanierte, die Buchführung. 1999 stellte sie sich mit einer Hausverwaltung auf eigene Füße. Ihr kleines Gewerbe musste sie allerdings ein Jahr später aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Annerose Müller wurde EU-Rentnerin. Ihren späteren Ehemann Karl-Heinz hatte sie übrigens beim Kegeln kennengelernt. Er war ihr Trainer und ebenso wie sie 25 Jahre aktiv bei Wettkämpfen. „Mein Mann war aber als Teilnehmer von Meisterschaften viel erfolgreicher als ich“, sagt Annerose Müller, deren Leidenschaft heute ihr Garten mit vielen Blumen ist, die sie selbst zieht. Auch das Nähen und Töpfern gehört zu ihren Hobbys. Wenn sie gesund wäre, würde sie sich gern einen Traum erfüllen – nach Thailand oder Amerika reisen. Ihre Familie, auf die Annerose Müller sehr stolz ist, bedeutet ihr alles. Sie ist ihr größtes Glück.