MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans-Otto und Martina Mucke
Zwei ausgefüllte berufliche Leben
Facharbeiter für Betriebs- und Verkehrsdienst, Straßenmeister
Stenophonotypistin, Arztsekretärin
Thomas-Münzer-Siedlung 48
09661 Hainichen
Hans-Otto und Martina Mucke sind seit 1978 verheiratet, der Sohn Matthias wird im Januar 1979 geboren.
Hans-Otto Mucke kommt am 3. Mai 1953 in Westgreußen zur Welt und lernt während der Schulzeit verschiedene Schulen kennen. Der Vater arbeitet im Kohlenhandel, die Mutter ist Hausfrau. Der Sohn Hans-Otto und sein Bruder müssen schon früh mit zupacken, doch dies gehört damals zum Alltag. Die Fahrten mit den Eltern nach Erfurt sind für die Kinder stets ein Erlebnis und eine Auszeichnung. Hans-Otto Mucke erlernt den Beruf eines Facharbeiters für Betriebs- und Verkehrsdienst bei der Reichsbahn. Nach dem Wehrdienst kehrt er 1974 in seinen Betrieb zurück. Beim Frühlingstanz am 21. Mai 1975 lernt er seine spätere Frau Martina kennen.
Hans-Otto Mucke arbeitet von 1976 bis 1982 als Dispatcher bei der Bahn in Chemnitz und wechselt im Mai 1982 zum Rat des Kreises in Hainichen. Ab 1984 leitet er hier bis 1990 die Abteilung Technik. Im Juli 1990 wird er als Straßenmeister der Straßenmeisterei Rochlitz übernommen. Diese Arbeit ist einerseits sehr schön und vielseitig, doch im Winter ist es oft sehr hektisch und Hans-Otto Mucke bis zu drei Tagen hintereinander ohne Pause im Einsatz. Nach einem dritten Herzinfarkt mit Schlaganfall und drei Wochen Koma ist er seit 2008 Erwerbsunfähigkeitsrentner und freut sich, dass sein Sohn die Umbrüche gemeistert hat. Dieser arbeitet heute als Rettungssanitäter. Auch den Enkel Anton will Hans-Otto Mucke nicht mehr missen. „Den habe ich mehr ausgefahren, als den eigenen Sohn“, meint er.
Martina Mucke wird am 30. September 1952 in Hainichen geboren und wächst als Einzelkind auf. Mit fünf Jahren erkrankt sie an Kinderlähmung. Der Kurort Wiesenbad, wo sie mit anderen Kindern behandelt wird, wird für sie ein zweites Zuhause. In der Schule wird sie von ihren Mitschülern sehr gut angenommen, die Lehrer sorgen dafür, dass sich niemand über ihre Behinderung lustig macht.
Im örtlichen Möbelkombinat erlernt Martina Mucke den Beruf einer Stenophonotypistin. Sie ist beruflich sehr erfolgreich und zeitweilig FDJ-Sekretärin. Ab 1976 arbeitet sie als Sekretärin bei der Staatsanwaltschaft und tritt in die SED ein. „Da war auch Dankbarkeit für die Fürsorge während meiner Krankheit dabei“, erinnert sich Martina Mucke. Während und nach der Wende arbeitet sie als Arzthelferin bei einer niedergelassenen Ärztin und wechselt 2004 als Arztsekretärin in ein Krankenhaus. „Das Ethos bei den Ärzten war früher höher, aber die heutigen Rahmenbedingungen lassen dies einfach auch nicht mehr zu“, meint Martina Mucke.