MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christina und Günter Müller
Das Leben nahm einen wunderbaren Verlauf
Finanzbuchhalterin i. R.
Lehrobermeister i. R.
Schreberstr. 16
08468 Reichenbach
Fon: 03765 / 15248
Die Begleiterscheinungen des Krieges, welche zeitgleich mit Schicksalsschlägen verknüpft waren, entwickelten sich zu unschönen Begleiterscheinungen ihrer Kindheit und verlangten schon früh Mut ab. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist Christina Müller, geboren am 13.09.1938 in Morchenstern / Sudetenland, sehr zufrieden darüber, auch ohne Unterstützung der Eltern einen positiven Weg eingeschlagen zu haben.
Ihre Mutter verstarb 1941, Vater war im Krieg gefallen. Zu allem Unglück auch noch der Heimat vertrieben, besuchte sie die Schule an neuem Ort in Thale im Harz. Aufgewachsen bei Großvater Josef, setzte er alles daran, seine Enkelin zu behüten. Eine Lehre zum Industriekaufmann musste Christina Müller nach zwei Jahren abbrechen, um den Großvater pflegen zu können.
Nach der Hochzeit mit ihrem Günter zog sie 1963 zu ihm nach Reichenbach, nahm an den Feintuch- und Kleiderstoffwerken Bürotätigkeit auf und hatte 1965 den Abschluss zum Industriekaufmann nachgeholt. Nach Geburt ihrer Tochter Katrin 1972 nutzte Christina Müller eine dreijährige Erziehungszeit für ihr Kindchen, kehrte 1975 an ihren Betrieb zurück, nahm 1985 einen Wechsel zur Zwischengenossenschaftlichen Bauorganisation vor und arbeitete dort bis 1994 sehr erfolgreich als Finanzbuchhalterin.
Ehemann Günter erging es in jungen Jahren nur wenig anders als seiner Frau. Am 30.09.1931 in Reindörfel / Schlesien geboren, absolvierte er seinen Schulbesuch noch weitestgehend in der Heimat. Dieser ebenfalls beraubt, führte ihn das Leben nach Mylau / Reichenbach. Dort am 30. Januar 1947 angelangt, nahm er schon im April gleichen Jahres seine Maurerlehre auf, wurde anschließend für ein Jahr zur Wismut verpflichtet und arbeitete für sieben Jahre beim Kreisbaubetrieb in Reichenbach.
Anschließend beim Spezialbau Leipzig vordergründig im Schornsteinbau in der Lausitz eingesetzt, kehrte er 1959 zum Kreisbaubetrieb zurück, an welchem sich nunmehr seine einzigartige Entwicklung vollziehen sollte. Fortan als Lehrausbilder tätig, war die neue Laufbahn vom Besuch der Meisterschule sowie der pädagogischen Schule begleitet. Somit avancierte er zum Lehrmeister sowie ab 1963 zum Lehrobermeister, war darüber hinaus ehrenamtlich für die Jugendhilfe tätig und kam auf jeder Ebene anspruchsvollen Aufgaben nach. 1991 ging Günter Müller mit 60 Jahren in Rente.
Sohn Rainer aus seiner ersten Ehe sowie Tochter Katrin – Lehrerin für Mathematik und Physik – bescherten dem Ehepaar insgesamt sechs Enkelkinder. Garten, Autotouren und Reisen bestimmten die Freizeit innerhalb einer Ehe, welche von großer Harmonie begleitet ist. Und so erfuhr ein eher schlechter Start ins Dasein einen wunderbaren Verlauf bis in den Herbst des Lebens hinein.