MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Franz Mühlwald
Ein Talent für exakte und genaue Arbeit
Theodor-Fontane-Str. 5
01109 Dresden-Klotzsche
Fon: 0351 / 2501004
Franz Mühlwald ist ein Sudetendeutscher, der 1925 in Liboch, heute in Tschechien liegend, geboren wird. Noch heute fährt er oft in die alte Heimat und ist enttäuscht über den Zustand seines Geburtsortes. Er besucht von 1931-1939 die Volksschule, in der Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet werden. Als Kind erlebt er die Besetzung des Sudetenlandes durch deutsche Truppen vom 1. bis zum 10. Oktober 1938 als „eine spannende Zeit“. Er wechselt von der Volks- zur Bürgerschule, die nach der deutschen Besetzung in eine Hauptschule umgewandelt wird und absolviert eine Lehre im Vermessungswesen. Die Felder der Bauern sollen neu aufgeteilt und strukturiert werden und Franz Mühlwald nimmt an den entsprechenden Vermessungsarbeiten teil. Nach der Lehre wird er zum „Reichsarbeitsdienst“ (RAD) einberufen und bei Rodungs- und Straßenbauarbeiten in Südfrankreich eingesetzt. Neben der harten Arbeit haben er und seine Kameraden die Möglichkeit, die Schönheit der dortigen Landschaft zu genießen. Franz Mühlwald selbst ist als Vermesser tätig. Nach dem Krieg wird er als Kriegsgefangener im Lager Melnik in Tschechien zur Beseitigung von Panzersperren herangezogen. Er kann sich noch gut an die Schinderei und die Schikanen der Bewacher erinnern, die gerade die Sudetendeutschen als Verräter behandeln. Danach folgte der Arbeitseinsatz in einer Ziegelei. Im Jahr 1947 kehrt Franz Mühlwald zu seiner Familie nach Radeberg zurück, wo er abends um 22 Uhr aus dem Quarantänelager Buddenhagen eintrifft. Später findet er eine Anstellung im Sachsenwerk Radeberg. Dessen Produkte gehen als Reparationen in die Sowjetunion. Hier arbeitet er zunächst als Technischer Zeichner für die Herstellung von Messgeräten und später von Werkzeugen. Nach der Gründung der DDR arbeitet Franz Mühlwald in der Planungsabteilung, später organisiert er die Kontrolle der Erfüllung von Planauflagen bei der Fernsehgeräteproduktion. Ab Januar 1965 ist der Planungsfachmann in der VVB Rundfunk und Fernsehen in Radeberg tätig und absolviert noch zwei Fernstudien. Im Oktober 1969 kehrt er in das ehemalige Rafena-Werk zurück, das inzwischen ein Teilbetrieb des Kombinats Robotron ist. Dessen Hauptbuchhalterin muss 1990 drei Mal mit dessen Bilanzen bei der Treuhand in Berlin antreten, da die Entwürfe zunächst nicht anerkannt werden. Die einzelnen Betriebe des Kombinats werden getrennt behandelt, was viele von ihnen in den Ruin treibt. Franz Mühlwald selbst muss die Stilllegung des Kombinates erleben, hat jedoch das Glück, sofort in Rente gehen zu können.
Seine Frau Helga hat er im April 1953 geheiratet, leider ist sie sehr früh gestorben. Im Jahr 1954 kommen der Sohn Meinolf, vier Jahre später sein Bruder Michael zur Welt. Franz Mühlwald ist stolz auf seine Familie und würde gern die Fähigkeit besitzen, alles mit dem Kopf regeln zu können.