MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Inge Morgenstern

„Ich bin ein Reisevogel“

Inge Morgenstern

Konditorin
Neuer Weg 2
09569 Oederan

Sie ist ein aktiver Mensch, der immer auf sich gehalten hat. Inge Morgenstern, geborene Drechsler, aus Oederan in Sachsen war schon als Kind ein Wirbelwind, der sich immer zu helfen wusste. Sie war von 1957-2011 verheiratet mit dem Werkzeugmacher Gerhard Morgenstern bis zu dessen Tod. Das Paar hat zwei Söhne bekommen (Harry, geboren 1958, Werkzeugmacher; Gunter, geboren 1960, Stukkateur und Chef eines Trockenbaubetriebes). Inzwischen gehören vier Enkelkinder zu Inge Morgensterns Familie. Geboren 1936 in Marienberg im Erzgebirge, wuchs sie als Tochter einer Hausfrau und eines Fleischermeisters mit noch zwei Schwestern auf. Sie war die Älteste und musste beizeiten ran zu Hause, immer schwer arbeiten. Mit neun Jahren fühlte sich das tüchtige und sehr selbstständige Mädchen bereits erwachsen. Der Krieg hatte auch sie sehr geprägt. Ihr Vater war 1943 in Russland im Zweiten Weltkrieg gefallen. In der Fleischerei gab es immer viel zu tun, um die Familie zu unterstützen. Schon als Vierjährige wurde Inge ins Rathaus geschickt, um zu melden, was der Familienbetrieb an Schweinen und Rindern geschlachtet hatte. Nach ihrer Schulzeit lernte Inge von 1950-1953 Konditorin bei den HO-Gaststätten. 23 Jahre lang übte sie ihren Ausbildungsberuf aus, arbeitete in einem Café in Oederan, später von 1965-1988 im Backwarenkombinat Oederan. Vor dieser Zeit zog es sie als junge Frau nach Oberhof in Thüringen und ans Meer nach Binz sowie auf die Leipziger Messe als Saisonfachkraft. „Ich bin ein Reisevogel“, erklärt die vitale Rentnerin, die bis heute gerne reist. Von 1988-1992 (Vorruhestand) hatte sie als Stundenkraft eine Anstellung in einem Geschäft für Kinderbekleidung (HO), dann wurde daraus nach der Wende eine Filiale der Schlecker-Drogerie-Kette. 1996 ging Inge Morgenstern in Rente. Selbst schwer krank gewesen, pflegte sie ihren erkrankten Mann jahrelang aufopferungsvoll, bis er in ein Pflegeheim gebracht werden musste und verstarb. Inge Morgenstern lernte einen Lebensgefährten, ihren Manfred, kennen, mit dem sie auch viel reiste. Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehören Handarbeiten wie Stricken und Nähen. Leider hat sie nie das Autofahren gelernt, weil die Mutter immer dagegen war. Heute ist Inge Morgenstern stolz darauf, immer selbst angepackt zu haben und stets Motor und Organisator gewesen zu sein. Sie liebt den Zusammenhalt in der ganzen Familie und sagt glücklich: „Ich habe gute Kinder“. Als Kind hat sie ihre Lehrerin verehrt. Ihr Konditor-Lehrmeister hat ihr viel zugetraut. Deshalb konnte sie durch ihre Vorbilder aus der Jugend eine Menge lernen. Inge Morgenstern hat viel geleistet in ihrem langen Leben. Sie hofft und wünscht sich von Herzen, noch lange gesund zu bleiben.
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