MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Charlotte Morgenstern
Eine unverbrüchliche Freundschaft
Facharbeiter für Rinderzucht i. R.
Hauptstraße 24
09669 Frankenberg OT Irbersdorf
Die hohen Jahre des Lebens sind noch immer mit schönen Beschäftigungen gefüllt. Kraftreserven werden knapper, doch erledigt sie Arbeiten im Haushalt allein, versorgt ihren Garten und ist beim Füttern der Hühner von Freude erfüllt.
Geboren wurde Charlotte Morgenstern am 22.10.1933 in Irbersdorf. Als Tochter von Landwirten, war sie von klein auf an Arbeit gewöhnt. Dennoch sorgten ihre Eltern für eine schöne Kindheit und die Tochter fühlte sich wohl. Den Schulbesuch absolvierte sie in Sachsenburg und musste einen 30-minütigen Fußmarsch bewältigen – für kleine Füße mitunter sehr anstrengend. Nach Abschluss der achten Klasse wechselte sie an die landwirtschaftliche Berufsschule Frankenberg und nahm 1951 auf dem elterlichen Hof ihre Arbeit auf – ein Gut, das sich seit über 200 Jahren in Familienbesitz befindet. 1953 machte sie ihren Motorradführerschein, erhielt 1958 die Fahrerlaubnis fürs Auto und unterstützte ihre Eltern fortan bei der Belieferung privater Kundschaft. Später ließ sie sich zusätzlich zum Facharbeiter für Rinderzucht ausbilden und musste sich ab 1961 mit Gründung der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften – Typ I – an Gemeinschaftsarbeit gewöhnen. 1969 wurde Typ I in Typ III gewandelt. Charlotte Morgenstern war im Feldbau sowie in der Tierzucht beschäftigt und führte nach dem Tod der Eltern das Anwesen weiter.
Die letzten fünf Berufsjahre war sie bei der LPG im Kälberstall eingesetzt, bevor sie nach hartem Berufsleben 1990 von einer Altersübergangsregelung Gebrauch machen konnte.
Allerdings hatte sie immer auch liebe Menschen an ihrer Seite. Ihren Rudolf lernte sie 1962 kennen. Er war Maurer und gerade mit Feierabendarbeit bei ihrem Vater beschäftigt. Ihr Mann brachte eine Tochter mit in die Ehe, die 1964 geschlossen wurde. Ein Jahr später kam Sohn Frank auf die Welt, der ebenfalls in die Baubranche einstieg und seine Eltern zu Großeltern machte.. Auch die Tochter schenkte einem Mädchen das Leben und zwischenzeitlich erfreut sich Charlotte Morgenstern an einem Urenkelkind.
Fast ihr ganzes Leben lang war die freundliche, charakterstarke Frau extrem belastbar und wurde für Erfolge im Beruf des Öfteren ausgezeichnet. Heute verläuft der Alltag ein wenig beschaulicher. Einmal im Monat trifft sie sich mit den Landfrauen des Ortes zum Kaffeekränzchen und genießt die Zeit mit ihrer Freundin Gisela Werner. Seit 1944 sind die Beiden so eng befreundet, dass sie sich wie Schwestern fühlen und hoffen, dass ihnen für ihre Freundschaft noch viel Zeit beschieden sein möge.