MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans-Joachim und Karin Mory
Auf der Suche nach Lösungen
Dipl.-Ing. (FH) für Eisenbahnmaschinentechnik
Erzieherin
Köthensdorfer Hauptstr. 91
09249 Taura
Im schlesischen Friedensdorf kam Hans-Joachim Mory im Januar 1945 zur Welt. Drei Tage nach der Geburt befand sich die Familie auf der Flucht. Im sächsischen Köthensdorf (heute Ortsteil von Taura) wurden sie aufgenommen. Hier besuchte er die Schule bis zur 8. Klasse, im nahen Wittgensdorf schloss er die 10. Klasse ab. Mit technischem Interesse ausgestattet, prägte ihn die Lehrzeit (1961/64) zum Diesellokschlosser im RAW Reichsbahnausbesserungswerk Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz). Diesem Großbetrieb (heute zur Deutschen Bahn AG gehörend) blieb er sein Berufsleben lang treu. Nach der Lehre, die mit dem Abiturabschluss verbunden war, arbeitete er ein Jahr im Werk, dann konnte er an der Ingenieurschule für Eisenbahnwesen in Dresden in der Fachrichtung Eisenbahnmaschinentechnik studieren (1965/68). Der junge Ingenieur wurde im RAW erst als Schichtleiter eingesetzt, entwickelte sich zum Werksingenieur, Konstrukteur, spezialisierte sich auf Hydraulik und Hebezeuge, wurde Leiter der Arbeitsmittelkonstruktion. Das Reißbrett, später erfolgte die Umstellung auf computergestützte Konstruktion, wurde zum wichtigsten Platz, doch arbeitete er eng mit den Praktikern des Betriebes zusammen bei der Suche nach der jeweils besten Lösung. Er besuchte weiterbildende Lehrgänge, wurde zum Sachverständigen für Hebezeuge (Krananlagen). Im Jahr 2000 verabschiedete er sich in den Vorruhestand, doch die Eigenheime der Kinder forderten nun seinen Einsatz und Sachverstand.
Karin Mory (geboren 1949 in Chemnitz) wuchs im erzgebirgischen Forchheim (an der Talsperre Saidenbach) auf, wo ihre Eltern ebenfalls als Flüchtlinge Aufnahme gefunden hatten. 1961 folgte der Umzug nach Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), wo sie die 8. Klasse abschloss, danach in der Datenverarbeitung tätig war. 1968 begann sie in der Kinderkrippe von Altchemnitz ihren Wunsch zu leben, in der Kinderbetreuung tätig zu sein. Anfangs ungelernte Hilfskraft, konnte sie eine Weiterbildung mit dem Staatsexamen als Krippenerzieherin abschließen. Später wechselte sie zur Kinderkrippe in Markersdorf, zuletzt in die Kindertagesstätte Claußnitz integriert.
Vier Kinder, sieben Enkel erweiterten die Familie, durch die Traditionen katholischen Glaubens geprägt. Auch sie werkelte mit im 1972, dem Jahr der Heirat, erworbenen Haus, wo die Arbeit nie zu Ende ist. Und selbstverständlich gehört eine kleine Modelleisenbahnanlage zur Ausstattung.