MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Brigitte Mory

Die Reiselust des Schützen

Brigitte Mory

Sonnenblumenweg 12 01159 Dresden

Brigitte Mory, 1934 geboren, hatte nach dem Abschluss der Mädchenschule 1949 eine klare Vorstellung, was sie lernen wollt: Säuglingsschwester. So besuchte sie von 1949 bis 1952 die Berufsschule, wurde in Theorie und Praxis ausgebildet. Eine Oberschwester, auf ihre Voraussetzungen und Fähigkeiten aufmerksam geworden, empfahl ihr nicht auf der Entwicklung stehen zu bleiben, ein Studium anzuschließen. So kam es, dass sie 1952- 1954 die Karl-Marx-Universität Leipzig absolvierte, ihr Staatsexamen als Kinderkrankenschwester ablegte. Ein emotional und körperlich schwerer Beruf zu jener Zeit, als viele Kinder an TBC starben. Brigitte Mory entschloss sich eine weitere Ausbildung zu machen, wurde Operationsschwester. Sie blieb vorerst in Leipzig, ging 1955 nach Dresden zurück und arbeitete hier in der Frauenklinik bei Prof. Ganse. Ihrem beruf blieb sie treu bis 1958. Indessen hatte sie ihren Mann kennengelernt und geheiratet. Tochter Barbara (geb. 1959) wurde geboren. Zeit eine Tätigkeit zu suchen, die ihr Zeit für die Familie ließ, sie aber trotzdem forderte, ihr Spaß machen sollte. So bewarb sie sich 1963 als Stadtführerin, holte sich an der Volkshochschule die benötigten Voraussetzungen, legte geforderte Prüfungen ab und erklärte fortan Touristen das Stadtbild. Die Geburt von Tochter Uta (geb. 1964) bedeutete noch einmal eine Auszeit vom Beruf. Tags über führte sie Reisegruppen, am Abend betrieb sie Weiterbildung. Die Wende brachte auch Veränderungen in ihrem Berufsstand mit sich. Viele neue Städteführer kamen. Oft ohne Grundausbildung, selbst ernannt, ohne Befähigung. Eine Konkurrenz, die eigentlich keine war und doch zu einer wurde, denn in diesem Beruf ist man vom Honorar abhängig und somit auf Aufträge angewiesen. So kam Birgitte Mory das Angebot von Dertours recht, sie wechselte und betreute fortan Schiffe und ihre Passagiere von Hamburg bis Dresden. Hier hat sie den Kapitalismus kennenlernen können mit 12-13-Stunden-Tagen, Wochen der Abwesenheit von zu Hause. 1993 trat sie dem Dresdner Gästeführer-Verband bei. Seither wird sie von Reisebüros, Hotels und Reisebussen gebucht, ist in Dresden und Umgebung im Einsatz. Das ist gut so, ist sie doch indessen Rentnerin und hat auch ein paar gesundheitliche Beeinträchtigungen, die es einfach angenehmer machen vor Ort eingesetzt zu sein. Brigitte Mory ist Sternbild Schütze, dem man nachsagt, er sei sehr offen und ehrlich, liebt die Weite und das Reisen – wie wahr!
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