MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Heinz Moritz
Gerechtigkeit im Leben ist sehr wichtig
Historiker i. R.
Blankenburger Straße 128A
13156 Berlin
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Heinz Moritz wurde am 15. Oktober 1928 in Klützkow in Hinterpommern geboren. Nach dem Besuch der einklassigen Dorfschule bis zum 12. Lebensjahr folgte die Oberschule in Aufbauform in Bütow bis ins Kriegsjahr 1944. Danach musste er ins Wehrertüchtigungslager nach Deutsch Krone.
Nach der Befreiung durch die polnische Armee und einer Durststrecke gegen den knurrenden Magen mit Erntearbeit wurde die Familie 1947 ausgesiedelt und kam in die Niederlausitz.
Dort hat er in Neupetershain als Glasschneider gearbeitet und einen Lehrgang der Schule der FDJ (Freien Deutschen Jugend) besucht. Daraus wurde dann eine feste Anstellung als Instrukteur im FDJ-Landesvorstand in Potsdam, später als Assistent und Lehrer an der Landesjugendschule.
In dieser Zeit lernte Heinz Moritz seine Lebenspartnerin Gisela kennen, die er 1952, also 24-jährig, in den besten Mannesjahren, wie man so sagt, heiratete, und die ihm vier Töchter zur Welt brachte. Heute gehören zur Großfamilie mittlerweile acht Enkelkinder und sechs Urenkel. Das ist doch auch eine tolle Lebensbilanz; eigentlich das Schönste, was man sich nun im hohen Alter vorstellen kann.
1953 erkrankte er an Tbc, trat eine Kur an bis 1954, kam dann nach Neuruppin und begann von dort aus ein Fernstudium im Fach Geschichte an der Humboldt-Uni in Berlin, das er 1962 abschloss. Da wird auch die Erinnerung an die Kindheit wach, an den alten Dorfschullehrer, der sein Interesse für Geschichte und die Auseinandersetzung mit ihr damals geweckt hatte.
Folgerichtig studierte er von 1963 an am Gesellschaftswissenschaftlichen Institut und schloss 1967 mit seiner Promotion ab. Er wurde bis 1978 Mitarbeiter in der Abteilung für Propaganda im Zentralkomitee der SED und danach Abteilungsleiter am Institut für Marxismus-Leninismus. Nach der politischen Wende arbeitete er in der Schiedskommission der PDS und ging 1990 endgültig in den Ruhestand.
Was ihn ein ganzes langes Leben begleitet hat durch drei Systeme der politischen Herrschaft, ist sein Sinn für Gerechtigkeit und der Glaube, dass im Leben kaum etwas so wichtig ist wie sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Dabei haben ihn seine Stärken Optimismus, Ruhe und Besonnenheit stets zuverlässig begleitet. Heute an seinem Lebensabend ist er sich dieser Einstellung treu geblieben und wünscht sich eine Angleichung der Rentensätze in Deutschland und vor allem die Durchsetzung wirklicher Demokratie.