MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Maik Mohrahrend
Des Wichtigste im Leben: Familie und Freunde
mit Mutter Brigitte
Jeßnitzer Fleisch- und Wurstwaren GmbH
Bahnhofstr. 34
06800 Jeßnitz
Fon: 03494 / 34022
Fax: 03494 / 667119
Brigitte Mohrahrend wurde 1954 als Tochter einer Landwirte-Familie geboren. Früh lernte sie das Arbeiten, denn in der Landwirtschaft wurde jede helfende Hand gebraucht und Bauernkinder mussten stets frühzeitig kleine Aufgaben übernehmen. Selbst wollte sie nicht in die Fußstapfen ihrer Eltern treten und durchlief stattdessen eine Berufsausbildung mit Abitur. Die Hochschulreife und den Facharbeiterbrief als Chemiefacharbeiterin in der Tasche, arbeitete sie im Beruf. Sie lernte ihren Mann – von Beruf Fleischer – kennen, Sohn Maik wurde 1975 geboren. Die Eheleute führten gemeinsam eine Gaststätte, doch Brigitte Mohrahrend wollte im Interesse des Sohnes etwas mehr Stetigkeit im Familienleben und arbeitete deshalb später kurzzeitig im Impfstoffwerk Dessau. Im Jahr 1982 übernahm das Ehepaar eine private Fleischerei in Jeßnitz. Für Brigitte Mohrahrend eine artfremde Tätigkeit „...aber man findet sich rein....“ sagt sie dazu rückblickend. Für Sohn Maik bedeutete die Selbstständigkeit der Eltern familiäre Betreuung statt der in Kindereinrichtungen. Er erlebte damit zeitig die Arbeit der Eltern und richtete nach der Schulzeit (Abschluss 10. Klasse) seine berufliche Zukunft so aus, dass er einst ihr Werk weiterführen könnte. In der Nähe von Hannover erlernte er den Fleischer-Beruf, kehrte dann ins Elternhaus zurück. Kurz als Geselle unterwegs, leistete er 1998 / 1999 seine Wehrpflicht ab, ging danach nach Kulmbach, unterwarf sich zwei Jahre der Ausbildung zum Fleischereitechniker und beendete danach in Flensburg erfolgreich die Meisterschule. In der Industrie tätig, stieß er als Produktentwickler an sprachliche Grenzen. Um sein Englisch zu vervollkommnen entschloss er sich nach Vancouver zu gehen. Angekommen ist er schließlich in einer freundlichen Gastfamilie, lernte aktiv Englisch, arbeitete in der Produktenwicklung eines Fleischfabrikanten. Später als Produktionsleiter in Toronto in verschiedenen Firmen eingesetzt, hatte er nicht nur Erfolg in der Arbeit (indessen Betriebsleiter mit Prokura) sondern sich auch privat gut etabliert (Arbeit, Wohnung, soziales Umfeld, Freundin). Doch dann erkrankte sein Vater schwer und die Weiterführung des Handwerkbetriebes stand in Frage. Maik Mohrahrend entschloss sich zur Rückkehr nach Deutschland und übernahm das Geschäft. Einfach war das nicht. Rückschläge waren zu verkraften, der Vater starb. Doch Mutter und Sohn waren fest entschlossen Erfolg zu haben und begaben sich dafür auf neue Wege mit dem Schwerpunkt auf regionale Produkte, Rindfleisch aus eigener Schlachtung, ausschließlicher Eigenproduktion (z. B. Salate), Party-Service und Konzentration auf Produktion und Verkauf im eigenen Laden statt überregionaler Expansion. „Produzierendes Gewerbe ist schwer“ berichtet Maik Mohrahrend davon die Industrie „immer im Nacken zu haben“. Da ist es gut wenn man weiß was man will und alle an einem Strang ziehen. Deshalb freut es ihn besonders, dass seine Freundin Nadine demnächst im Unternehmen mit tätig wird. Mutter Brigitte ist stolz auf ihren Sohn. Auf sein Engagement, seine Genauigkeit und seine Ausdauer. Er lebt seinen Sinnspruch: „ Wer sich nicht morgen bessert hat heute aufgehört gut zu sein.“ Stolz auf das aus eigener Kraft Erreichte und die meiste Zeit für die Firma investierend, beschäftigt er sich in der Freizeit indessen am liebsten mit Gartenarbeit. „Mittlerweile ist man vom Leben geprägt und man ist glücklich. Man sieht wie sich was entwickelt, und arbeitet dafür gerne 16 Stunden am Tag,“ sagt Maik Mohrahrend und erklärt weiter in Kanada ein sorgenfreies, gehobenes Auskommen gehabt zu haben, jedoch festgestellt zu haben, dass das wirklich Wichtige im Leben die Familie und die Freunde sind. Besonders glücklich wäre er, wenn auch er später das Familienunternehmen in jüngere Hände legen und damit den Fortbestand sichern könnte.