MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Renate und Rudolf Mitschke

Bei der Ferienlagerbetreuung kennengelernt

Renate und Rudolf Mitschke

Industriekauffrau
Elektromonteur
Alte Siedlung 20
04552 Borna OT Wyhra

Als die Jüngste im Kreis von neun Geschwistern (davon zwei Halbgeschwistern) wuchs Renate Mitschke schon in dem Wyhraer Haus auf, in dem sie heute noch lebt. 1934 geboren, besuchte sie die örtliche Schule von 1941 bis 1949, erlebte noch karge Zeiten im und nach dem Krieg, als Ährenlesen und Kartoffelnstoppeln das Überleben sicherte. Dem Schulabschluss folgte keine Lehre, die noch sehr junge Renate begann als Hilfsarbeiterin im Tagebau und der Brikettfabrik Thräna. Dann wurde sie als Pionierleiterin (Organisation der außerunterrichtlichen Arbeit an den Schulen) in Borna und Geithain gebraucht. Während der Durchführung eines Kinderferienlagers im Zittauer Gebirge lernte sie den ebenfalls mit Betreuungsaufgaben eingesetzten Rudolf Mitschke kennen. 1953 wurde geheiratet. Die Geburt der Kinder Ralf (1953) und Reinhild (1955), später folgte noch Sohn Ronald (1964), veranlasste sie, erst einmal zu Hause zu bleiben und die eigenen Kinder zu betreuen. Dann arbeitete sie bei der Deutschen Post als Zustellerin und später auch im Innendienst, war sich aber auch nicht zu schade, in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) beim Hacken der Rüben auszuhelfen. Eine fünfjährige Auszeit aufgrund gesundheitlicher Probleme endete mit der Arbeitsaufnahme im Bereich des VEB Kraftverkehrs Geithain, wo sie eine Ausbildung zum Industriekaufmann abschließen konnte. Bis zum Vorruhestand war sie dann fünfzehn Jahre in der Verwaltung des Kohleversandes Neukirchen tätig. Rudolf Mitschke kam 1931 in der schlesischen Stadt Oberglogau zur Welt. 1939 zog die Familie nach Berlin, der Schulunterricht in den folgenden Jahren war unregelmäßig, denn oft gab es Fliegeralarm. Auch der Hunger machte in Kriegs- und Nachkriegszeiten der Familie zu schaffen. Seine Lehre als Elektromonteur absolvierte der junge Rudolf bei einem privaten Meister, der dem fertigen Gesellen danach keinen Arbeitsplatz bieten konnte. Rudolf Mitschke verpflichtete sich 1949 für fünf Jahre zur Kasernierten Volkspolizei (KVP), bis eine Lungenkrankheit ihm schwere Arbeit versagte. Da er nach der Heirat zu seiner Frau nach Wyhra gezogen war, begann er im Jugendreferat des Rates des Kreises zu arbeiten, entschloss sich aber dann wieder seinen gelernten Beruf als Elektromonteur in den Tagebauen Thräna und Bockwitz auszuüben. Die letzten Jahre, bis er 1994 in Rente ging, arbeitete er in der Brikettfabrik Thräna. Zehn Enkelkinder bereicherten das Leben der Familie. Der Garten war ihr Lieblingsort (gern bis zur Dunkelheit), fünfzehn Jahre widmete sie sich auch dem Seniorensport, fünfzehn Jahre übte sie die nebenamtliche Tätigkeit als Kirchnerin der örtlichen Kirchgemeinde aus.
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