MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Inge Misch
Zwanzig gemeinsame Jahre
und Waldemar Redmer
Kranfahrerin
Fahrdienstleiter
Bahnhofstr. 2
04849 Bad Düben
Alle drei Orte des Lebens von Inge Misch liegen im Norden Sachsens an der Mulde, Hohenprießnitz, wo sie 1939 zur Welt kam, Laußig, welcher ihr Arbeitsleben bestimmen sollte, Bad Düben, das sie auch wegen ihres heutigen Lebenspartners seit zwanzig Jahren schätzt. In ihrem Geburtsort besuchte sie die Schule bis zur 8. Klasse. Die kranke Mutter, der Vater, der dem 2. Weltkrieg zum Opfer fiel – leicht war ihr Start gewiss nicht. In Eilenburg lernte sie bei der Konsumgenossenschaft in zwei Jahren den Beruf einer Verkäuferin, den Weg dorthin (stolze 18 Kilometer) ging es bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad. 1956 (Angelika) und 1961 (Ramona) wurden die beiden Töchter geboren. Ihr Mann Fritz (Heirat 1957, bereits 1996 verstorben) arbeitete als Kranfahrer im VEB Betonwerke Laußig. Hier begann Inge Misch für zwei Jahre in der Betriebsküche, wechselte aber dann in die Produktion (der höhere Verdienst war nicht zu verachten). Die schwere Arbeit (im Werk wurden Betonrohre, Straßenplatten u. ä. hergestellt) wurde nicht viel leichter, als sie – ihrem Mann folgend – sich zur Kranfahrerin ausbilden ließ, nun lange Jahre, bis 1990 das Werk geschlossen wurde, in der Fertigungshalle auf der Brücke im Drei-Schicht-Betrieb die Lasten bewegte. Nur wenige Gelegenheiten hatte sie danach, in Arbeitsbeschaffungs- und Umschulungsmaßnahmen aktiv zu werden, ehe sie 1999 in Rente ging.
Bald nach dem Tod ihres Mannes lernte sie über eine Zeitungsanzeige Waldemar Redmer (geschieden) kennen. Die neue Gemeinsamkeit fand ihren Ruhepol in seinem 1969 in Bad Düben bezogenen Haus, wo es in Hof und Garten viel zu tun gibt, Gänse, Enten, Hühner und Kaninchen zu versorgen waren. Sieben große Reisen in die weite Welt (Dominikanische Republik, Mexiko, Sri Lanka, Mauritius oder Venezuela) bereicherten beider Leben.
Waldemar Redmer (Jahrgang 1940) kam in Mohrungen (Ostpreußen) zur Welt. Im Herbst 1944 floh die Familie vor der nahenden Front. Nach acht Schuljahren absolvierte der junge Waldemar eine Ausbildung bei der Deutschen Reichsbahn im Verkehrsdienst. Über lange Jahre (zuletzt als Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG) verantwortete er als Fahrdienstleiter den sicheren Betriebsablauf, bis er 1999 in den Ruhestand wechselte.
Ihre beiden Enkelkinder, seine Tochter Alexandra und sein Enkelsohn prägten das familiäre Geschehen.