MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dipl.-Ing. Heinz Mittag

Wo der Stahl gehärtet wurde

Heinz Mittag

Ehem. Betriebsdirektor vom Edelstahlwerk Freital
Grunaer Straße 6
01069 Dresden

Das Edelstahlwerk im sächsischen Freital war zu DDR-Zeiten ein Vorzeigeunternehmen mit ca. 5000 Mitarbeitern und einer Produktion von rund 300.000 Tonnen jährlich. Stolz kann Heinz Mittag auf seine zwanzigjährige Leitung dieses Unternehmens sein, auf Qualität orientiert, im Exportgeschäft engagiert. 1930 kam Heinz Mittag im nordsächsischen Schildau zur Welt. Auf der Dorfschule absolvierte er acht Jahre, begann im April 1945 eine Lehre in der Leipziger Niederlassung der Metallhandelsfirma Klöckner & Co. Nach sechzehn Tagen, die Amerikaner marschierten in Leipzig ein, war erst einmal Schluss, für über ein Jahr wurde Heinz Mittag Landwirt, dann konnte er die kaufmännische Ausbildung fortsetzen. Als Volontär im Elektrostahlgusswerk lernte er alle technologischen Vorgänge kennen und konnte sich ab 1951 an der Arbeiter-und Bauernfakultät der Bergakademie Freiberg auf ein Studium vorbereiten, dazu 1954 das Abitur ablegen. Das anschließende Auslandsstudium führte ihn nach Moskau. Als Diplom-Ingenieur für Eisenhüttenwesen, Fachrichtung Edelstahltechnologie konnte er es 1959 abschließen. Auf Praktika lernte er auch andere bedeutende Stahlproduktionsstandorte der UdSSR (Tscheljabinsk, Donezk) kennen. Wieder in der DDR entwickelte er sich nun im Edelstahlwerk Freital vom Schrottplatzmeister bis zum Assistenten des Werkdirektors. Für dreizehn Wochen wurde er zwischenzeitlich nach Nordkorea delegiert. Seit 1968 arbeitete er, nach dem er auf weiteren Stationen alle Bereiche des Werkes erfasst hatte, als Produktionsdirektor. Zwar beabsichtigte er in Moskau seine Promotion zu erlangen, doch statt sich an die Doktorarbeit zu setzen, wurde er in die Pflicht genommen, 1969 die Leitung des gesamten Werkes zu übernehmen, eine Aufgabe, die er bis zum 31. 7. 1989 erfüllen sollte. Dann betrieb er selbst seine Ablösung aus der höchsten Verantwortung, blieb bis zum Renteneintritt 1994 jedoch noch in der Kombinatsleitung bzw. im Metallurgiebereich. Neben der Tätigkeit als Werksdirektor wirkte er zwanzig Jahre im Präsidium der Kammer für Außenhandel der DDR, dazu in der Handelskammer DDR/ Jugoslawien und im Stahl-Kali-Gremium DDR/ Österreich sowie 1978 einen Tag als Präsident einer UNO-Konferenz in Genf. Der seit 1956 mit seiner aus Russland stammenden Frau Olga verheiratete Vater einer Tochter und zweier Söhne sowie fünffache Großvater ist heute vor allem als Kleingärtner aktiv.
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