MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Peter und Roswitha Mieritz
„Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern.“ (Andrè Malraux)
Am Burgwall 24
06846 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 6611155
Als Sohn einer Mutter die dem Adel entstammte und eines Pfarrers 1933 in Berlin geboren, musste Peter Mieritz später in seinem Leben mehr als andere mit Leistungen überzeugen um etwas erreichen zu können. Er erinnert sich an seine Kindheit: Die Bombenangriffe, die Flucht mit dem Köfferchen in den Luftschutzkeller, die Rückkehr zum Haus, das Entsetzen über die fehlende Häuserwand am Wohnhaus. In der Schule wechselten die Sondermeldungen mit den Sonderappellen. Der stramme Hitlergruß paarte sich mit der strengen Erziehung. Dann kam die Kinderlandverschickung und dass die Mutter eine Schwester in der Altmark hatte wurde zum Vorteil, denn dorthin konnte nun die Reise gehen. Ein großes Glück wie sich herausstellte. Peters Onkel verwaltete ein Gut, der junge Peter konnte nun in sicherer Umgebung, mit Tieren und ohne Hunger weiter aufwachsen. Mit Ende des Krieges, Änderung der Machtverhältnisse und Aufarbeitung früherer Strukturen kam es zum Arbeitsortwechsel des Onkels und Umzug der gesamten Familie in das Harzrandgebiet (Endorf). Nach dem Abitur in Ballenstedt, studierte der junge Mann 1952–1955 in Halle Geschichte, wurde Volksschullehrer für Schüler bis zur 8. Klasse. Seine erste Lehrerstelle in Degnershausen verdankte er der Führsprache des Bürgermeisters von Endorf und seiner eigenen Initiative dort zuvor einen Sportverein (Fußball, Volleyball, Tischtennis, Gymnastik, Schach) gegründet zu haben (selbst viele Jahre aktiver Fußballspieler). Den Unterricht versuchte er von Beginn an effektiv vorzubereiten und begeisternd zu gestalten. Im Geschichtskabinett standen die Geschichtsmodelle, die in der Arbeitsgruppe mit den Schülern gebaut wurden. Eine selbst angefertigte Magnethafttafel ermöglichte durch ebenfalls mit Schülern gefertigte Applikationen Erkenntnisprozesse schrittweise zu vermitteln. Degnershausen wurde Konsultationsschule für den Geschichtsunterricht. Es erfolgte die Aufforderung an ihn zum weiterführenden Studiengang. Er erlangte die Lehrbefähigung bis zur 12. Klasse und für die Berufsschulausbildung. Schließlich wurde aus „dem kleinen Volksschullehrer“ ein Direktor einer großen Schule mit fast 1000 Schülern und die Weiterführung eigener Entwicklung mit einem Studium an der Pädagogischen Hochschule Potsdam führte zum Diplomabschluss. Mit seiner Versetzung nach Dessau (1977) wurde er als Direktor an der 6. Oberschule eingesetzt, agierte später an der 11. Oberschule bis 1990. Als „....altgedienter Direktor, der das sozialistische System befürwortet, mitentwickelt, gestützt hatte war ich nicht mehr satisfaktionsfähig....“, erklärt Peter Mieritz seinen Wechsel in das neu gegründete Schulamt als Mitarbeiter für Berufsbildung. Mit Sonderauftrag zum Aufbau eines Berufsschulzentrums in Dessau betreute er eine Investition von beinahe 100 Mill. D-Mark bis zum Renteneintritt 1998 und wurde danach noch mehrfach um Mithilfe bei Nachfolgearbeiten gebeten. Seine mehrfach anerkannte Frau Roswitha (geb. 1939, Pädagogin, Hochzeit 1959) nennt er die Seele der Familie, ohne die seine eigene Entwicklung nicht möglich gewesen wäre. Er freut sich mit ihr über die gemeinsamen Kinder Sabine und Falk, die fünf Enkelkinder und das Urenkelchen. „....Schlussfolgerungen zu ziehen, die zwar nicht immer zum Erfolg führen....“ benennt Peter Mieritz seine Stärke und schaut zurück auf sein Leben in drei Gesellschaften und „...als begeisterter Pimpf, sehr aktiver FDJ-ler, aktiver und trotzdem kritischer Direktor....“ – denn Geschichte ist nur rückblickend erklärbar.