MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. Edeltraud Michalski

„Es ist wichtig, zu helfen und geholfen zu haben“

Edeltraud Michalski

Helenenstr. 46
04279 Leipzig
Fon: 0341 / 3384872

Sie hat einen Leitspruch, der sich wie ein roter Faden durch ihr langes und erfülltes Leben zieht. „Fange nie an aufzuhören und höre nie auf anzufangen“, erklärt Dr. Edeltraud Michalski aus Leipzig. Nach diesem Lebensmotto hat die heute über 80-jährige studierte Landwirtin stets gehandelt, sie ist offen für Neues und geht auf Menschen zu. Auch deshalb gehört die Mutter von drei Töchtern und neun Enkeln dem Gambia-Verein in Leipzig an. „Wir haben mit 15 Mitgliedern begonnen, heute sind es mehr als 200 Leute, die in diesem ehrenamtlichen Gremium mitarbeiten“, sagt Edeltraud Michalski. Sie ist die Älteste im Verein. Sechs Mitglieder stammen allein aus ihrer Familie. Geboren 1935 in Köhra bei Grimma in Sachsen, wuchs Edeltraud, geborene Kösser, als Kind von Bauern auf. Nach dem Schulabschluss der 8. Klasse ging das Mädchen bei den Großeltern in die Landwirtschaftslehre. Edeltraud besuchte 1953–1956 die Fachschule für Landwirtschaft in Lützschena bei Leipzig. Inzwischen mit Manfred verheiratet, wurde 1954 ihr erstes Kind, Tochter Ingrid (Landwirtin in Bad Liebenwerda), geboren. Die Töchter Karin (Lehrerin in Erfurt) und Ute (Pflegekraft in Freiburg) kamen 1956 und 1962 zur Welt. Edeltraud arbeitete als Viehzucht-Brigadier in einer LPG und machte ein Hochschulfernstudium in Jena. Im VEG Schöngleina sammelte sie Erfahrungen als Ausbildungsleiterin. Bereits Anfang der 1970er Jahre half sie als Mitglied der DDR-Kaderreserve in afrikanischen Agrarländern beim Aufbau der Landwirtschaft (1970-1972 in Algerien). Sie arbeitete im Hochschulministerium und unterrichtete an der Universität in Leipzig. Lehr- und Forschungsaufträge der Uni führten die promovierte Agraringenieurin (Promotion 1976) unter anderem nach Syrien, Ägypten und in den Jemen. In zweiter Ehe, nach dem Tode ihres ersten Mannes, mit Prof. Klaus-Joachim Michalski verheiratet (seit 1977), unterrichtete Edeltraud Michalski an der Uni unter anderem Studenten aus Afghanistan. Als stellvertretende Leiterin des Lehrstuhls Ökonomie der Entwicklungsländer wurde ihr mit 55 Jahren angeboten, in den Vorruhestand zu treten. „Alles ging damals den Bach runter“, erinnert sie sich an die Wendezeit. Für ihren Mann, der am Institut für tropische Landwirtschaft arbeitete, war diese Zeit noch viel schlimmer. „Er ist daran kaputtgegangen, wurde schwer krank, ein Pflegefall. Als er starb, war ich plötzlich weltfremd, hatte Freunde verloren“, blickt Edeltraud Michalski zurück. Sie lernte einen Pfarrer kennen, der ihr sehr half. Mit weiteren engagierten Menschen wurde 2009 der Gambia-Verein gegründet. Noch heute hält sie Vorträge über Gambia und führt Gambia-Basare durch. Edeltraud Michalski mag Menschen, das ist ihre persönliche Stärke. Mit Gleichgesinnten etwas bewegen und sich austauschen, bedeutet für sie Glück. „Es ist wichtig, zu helfen und geholfen zu haben“, hebt sie hervor. Ihr größter Traum ist, „das Flüchtlingsproblem auf der Welt zu lösen – gemeinsam“.
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