MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans und Lydia Midon
Sechzig Jahre Arbeit und Glück
Landmaschinenschlosser, Instandhalter
Obst- und Gemüsekonserviererin
Lommatzscher Str. 42
01683 Nossen OT Leuben
„Kein Feuer brennt wie roter Mohn, wenn Strahlen ihn durchfluten, es ist des Himmels schönster Lohn und zeigt die Kraft des Guten.“ Lydia Midons Liebling unter den Pflanzen ist die Mohnblume, die hier in Versen von Klaus Ender besungen wird. Die Kraft des Guten hat auch beider Ehe getragen (Heirat 1955), die nun schon in die diamantenen Jahre gekommen ist.
Geboren wurde sie als Lydia Zimmermann 1935 im Meißener Krankenhaus. Aufgewachsen ist sie in Leuben und dort immer geblieben. Da ihr Vater früh starb, die Mutter sehr krank war, wurde die Kindheit der vier Geschwister keine leichte Zeit, zumal Krieg und Nachkrieg die schweren Anfangsjahre mit prägten. Die junge Lydia besuchte im Heimatort die Schule, dann pflegte sie drei Jahre lang die Mutter, ehe sie 1953 ins nahe Lommatzsch zur Arbeit ging, beim VEB Elbtal Lommatzsch in der Gemüsefrostung anfing. Die Heirat, die Geburt der beiden Söhne (Detlef 1955, Ronald 1963) setzten berufliche Einschnitte, in denen sie stundenweise als Reinigungskraft in der Leubener Schule tätig werden konnte. 1968 fing sie wieder beim VEB Elbtal an. In einundzwanzig Jahren erlebte sie harte Arbeit und glückliches Miteinander im Arbeitskollektiv, sie wurde mit der Zuerkennung des Facharbeiterbriefes als Obst- und Gemüsekonserviererin und kleinen betrieblichen Auszeichnungen geehrt. 1990 wechselte sie in den Vorruhestand.
Hans Midon stammt aus Oberschlesien, wo er 1929 in Kreuzburg zur Welt kam. Er wuchs mit zwei Schwestern auf. Im Februar 1945 wurde auf der Flucht vor der nahenden Front die Familie zeitweise getrennt. Hans Midon verschlug es zur Tante ins sächsische Verba (wenige Kilometer von Leuben). Im nahen Lommatzsch konnte er bei einer privaten Firma eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Landmaschinenschlosser absolvieren. Zwei Jahre arbeitete er noch dort als Gehilfe, dann wechselte er zum VEB Stahlwerk Riesa in die Instandhaltung. Das war nur möglich, da seinerzeit noch die Bahnlinie in Betrieb war, die Wohn- und Arbeitsort verband. Vierzig Jahre in diesem Betrieb gingen 1990 zu Ende, als er in den Vorruhestand gehen konnte.
Wann immer es möglich ist, freuen sich Lydia und Hans Midon an den Blumen im Garten und vor allem an den vier Enkelkindern, die in den Familienkreis gefunden haben.