MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Wolfgang Meyer
Ort, Zeit und Bedingungen müssen stimmen, um Entscheidungen zu treffen
Langjähriger Vorsitzender der Geschäftsführung der SCHOTT JENAer Glas GmbH
07743 Jena
Menschen mit hohen persönlichen Einsatz, hervorragenden Engagement, sowie sozialer und wirtschaftlicher Kompetenz nehmen Einfluss auf ihre Zeit. Zu diesen Menschen gehört Wolfgang Meyer, 1946 in Langewiesen geboren. Nach der Ausbildung mit Abitur zum Glasapparatebläser studierte er an der Ingenieurschule in Ilmenau und begann seine berufliche Laufbahn 1968 als Technologe im Jenaer Glaswerk SCHOTT & Gen. Aufgrund seiner Fachkenntnisse wurden ihm als Bereichsleiter für Technische Anlagen 1976, dann als Leiter der Produktion (1978) verantwortungsvolle Funktionen übertragen. So gestaltete Herr Meyer, „parteilos“, schon zu DDR-Zeiten die Glasproduktion in Jena mit. Die bewegendste Zeit in seinem Berufsleben kam mit der Wende 1989 und der schwierigen Aufgabe, das Fortbestehen des Unternehmens zu sichern, als vorläufiger Geschäftsführer, 1991 als Geschäftsführer und seit 1995 als Vorsitzender der Geschäftsführung des Jenaer Glaswerkes. Mittels eines Privatisierungsvertrages erreichte er in Verhandlungen mit der Treuhandanstalt die Bereitstellung von 300 Mio. DM als Starthilfe, zur Einzahlung als Stammkapital, zur Abwicklung für Altschulden und Pensionsrechten, für Sozialpläne, sowie für Verluste, die das Land Thüringen als Mitgesellschafter bis 1994 zu tragen hatte. Herrn Meyers Verhandlungsgeschick und Mut zu Entscheidungen ist es zu verdanken, den SCHOTT Glasbetrieb in Mainz für die Unterstützung der Sanierung und Restrukturierung des Jenaer Glaswerkes zu gewinnen und weitere Schottbetriebe wie z.B. Schott Lihotec und Displayglas mit neuen Arbeitsplätzen anzusiedeln. Seit 1999 schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen. Er engagiert sich für die Entwicklung der Region Jena zum Wirtschafts- und Kulturstandort. Als Geschäftsführer der SCHOTT JENAer Glas GmbH ist er Gründer des Glasmuseums und schuf mit der Schott Villa ein Zeugnis des Lebenswerkes von Otto Schott als wichtigen Teil der Geschichte Jenas mit. Die Tradition der Carl Zeiss Stiftung führt er als Vorstandsmitglied der Ernst-Abbe-Stiftung fort, der er seit 18 Jahren angehört. Für seine herausragenden Verdienste wurde Herr Meyer 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, mit der Ehrenplakette und als Ehrensenator der Friedrich-Schiller-Universität geehrt. Von der Stadt Jena wurde ihm 2005 die Ehrenbürgerschaft verliehen. Seit Beendigung seines aktiven Berufslebens im Februar 2007 übernahm er weiterhin Ehrenämter und Funktionen u.a. als Vorstand der Wissenschafts- und Technologie-Stiftung Thüringens. Er war 20 Jahre als Präsident des Sportvereins Schott Jenaer Glas tätig. Mehr Zeit bleibt heute für die Familie, Reisen und Wandern. Seine Frau, von Beruf Pädagogin und aus Ungarn stammend, lernte er durch einen Jugendaustausch in der DDR kennen, 1970 heirateten beide. Sie ist ihm eine wichtige Stütze in seinem Leben. Von dem Erarbeiteten möchte er noch lange etwas haben, bei guter Gesundheit.