MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dieter Meyer
Sein Anspruch: Das Positive in jedem Schüler entdecken und fördern.
Bahnhofstr. 23
04838 Jesewitz
Fon: 034241 / 50460
Der im Juli 1945 geborene Dieter Meyer erlebte die abenteuerliche Flucht der Eltern aus deren Heimatregion in Polen nicht mit. Er kennt sie nur aus Erzählungen: Die Dienstanweisung an den Eisenbahner Meyer (Vater Karl) lautete im Bahnhof Schneidemühl zu bleiben bis ein anderer Befehl erteilt würde. Als bereits das Nahen der sowjetischen Front zu hören war rief er seine Vorgesetzten an, wollte neue Order erhalten. Doch es war niemand mehr zu erreichen..... Einen Lokführer überzeugte er, dass auch ihre Familien nun wohl besser die Flucht antreten sollten. Mit der Lok, einem einzelnen Waggon und ihren Familien darin ging es los. Bei der Ankunft in Frankfurt / Oder war es dann ein Zug der in den Bahnhof einlief. In Gröditz kamen sie bei Verwandten unter, wo er auch geboren wurde. Arbeit und Wohnung bekam der Vater dann in Collmen-Böhlitz, wo zwei Jahre später Schwester Karin zur Welt kam. Die Geschwister haben sich immer gut verstanden und das ist bis heute, einschließlich ihrer Familien so. Wieder umgezogen nach Dommitzsch besuchte Dieter Meyer die 1.–8. Klasse, danach bis zur 12. Klasse die Erweiterte Oberschule in Torgau (Abitur 1964). Zwei Berufe kamen für ihn in die engere Auswahl. Signal- und Sicherungstechnik wollte er studieren oder Lehrer werden. Die Entscheidung zwischen beiden fiel nicht schwer. Einen pflichtgemäßen dreijährigen Armeedienst als Voraussetzung für die Zulassung zum Studium wollte er nicht leisten und zudem erkannte seine Lehrerin in ihm das Potential für den Lehrerberuf. Sie beeinflusste ihn in diese Richtung zu gehen. An der Universität Halle studierte der junge Mann. Er schloss als Fachlehrer Polytechnik und Physik 1968 mit dem Staatsexamen ab. Die erste Lehrerstelle trat er in Annaburg an. Nachdem seine erste Ehe scheiterte und er mit dem knapp 10-jährigen Sohn Steffen (geb. 1971, Pharma-Referent) alleine war, fand er 1983 zweites Glück mit seiner heutigen Frau Regina (Landwirtschaftskauffrau, Buchhalterin) und deren Sohn Carsten (geb. 1973, Fußboden- und Parkettleger). Um der neuen Beziehung eine Chance zu geben beantragte er seine Versetzung und wurde in der Schule Jesewitz als Physiklehrer tätig. Dem Angebot ab dem Schuljahr 1985 / 86 Direktor zu werden stand er erst unschlüssig gegenüber. Doch vom Kollegium überzeugt, arbeitete er schließlich sieben Jahre lang in dieser Funktion. 1987 wurde er Oberlehrer. Im Wendejahr 1990 – wie alle anderen Direktoren der DDR – abberufen mit der Option der Neubewerbung. Die gelang Dank der Führsprache von Lehrerkonferenz, Schüler- und Elternvertretung. Bis 1992 bestätigt, wurde er dann auf Grund der Weisung von Kultusministerin Rehm entlassen. Er teilte damit das Schicksal aller ehemaligen DDR-Direktoren, die zu der Zeit noch im Schuldienst standen. Im Klageverfahren wehrte er sich. Dann stimmte er einem Vergleich zu um der nervlichen Anspannung und Existenzsorge zu entgehen. In einer Versicherung fand er Anstellung (Weiterbildung zum Versicherungskaufmann). Doch die Arbeit erfüllte ihn nicht. Der gute Verdienst wog den Verlust des Berufes und der empfundenen Berufung nicht auf. In der EURAKA Delitzsch (Bildungseinrichtung) konnte er erst eine Weiterbildung (Managerkurs) wahrnehmen, dann selbst eine Nachhilfeeinrichtung gründen mit der er 1996 den Gang in die Selbstständigkeit (Happy Lernclub) wagte. Bis zum Renteneintritt gelang es ihm so sein Einkommen sichern und wieder ausbildungsgerecht zu arbeiten. „Mein Hobby war die Schule“ beschreibt Dieter Meyer seine Liebe zum Beruf und dass sein Interesse darüber hinaus dem Garten und seinen Autos galt. Im Verwaltungsbeirat der Wohnungseigentümergesellschaft kümmert er sich heute ehrenamtlich um anstehende Belange. Seine Ruhe, Ehrlichkeit und Offenheit hilft ihm dabei ebenso wie die schon immer währende Unterstützung seiner Frau. Die Teilnahme an Klassentreffen der ehemaligen EOS sind angenehme Abwechslung, das Radfahren und elektrische Basteleien lieb gewonnene Freizeitaktivitäten. Nun nur noch lange gesund bleiben, dann ist alles gut.