MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Manfred und Margitta Meschke

„Jeder ist seines Glückes Schmied" (Sprichwort)

Manfred und Margitta Meschke

Dipl.-Agr.-Ing.-Ök.
Genossenschaftsbäuerin
Kleine Seite 35
04654 Eschefeld
Fon: 034348 / 51166

Eine einfache Kindheit durchlebte die 1940 geborene Margitta Meschke nicht. Ohne leiblichen Vater, mit einer schwerkranken Mutter und einer Schwester aufgewachsen, war sie einem unliebsamen Stiefvater ausgesetzt, dem die jungen Mädchen den Haushalt führen mussten. Selbst an TBC, Kinderlähmung und mit der Schilddrüse erkrankt, konnte von glücklicher Kindheit keine Rede sein. Nach dem Schulbesuch 1947–1955 begann sie in der Papierfabrik Fockendorf zu arbeiten, konnte ihren Wunsch Krankenschwester zu werden auf Grund der Umstände im Elternhaus nicht erfüllen. Bis 1960 blieb sie dort als ungelernte Kraft, wechselte dann in die LPG „Vereinte Kraft“, denn hier arbeitete Manfred Meschke den sie indessen lieben gelernt hatte und im gleichen Jahr heiratete. „Aus dem Arbeiter- in den Bauernstand habe ich sie geholt.....“, lacht Manfred Meschke. 15 Jahre dauerte die schwere Handarbeit für Frauen, sie arbeiteten nach Normen und verdienten gut. Mit dem Übergang zur KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion) Mitte der 70-er Jahre war die Technisierung der Landwirtschaft soweit fortgeschritten, dass die jüngeren Frauen auch Mähdrescher und Traktoren auf den Feldern lenkten. Margitta Meschke zeigte den Männern nun was eine arbeitsame Frau alles kann. Zur Wende 1990 war die Frauenarbeit auf dem Land so gut wie vorbei, Margitta Meschke schied sie aus dem Berufsleben aus. Die Hausarbeit und die Kinder traten in den Vordergrund. Ihre Zeit nutzte sie jetzt für ihren Mann, Tochter Marlen, Ramona (erst Paten-, dann Pflegekind, indessen verheiratet), die Enkel Daniel und Max-Manfred. „Der wahre Held der Arbeit ist Margitta...“, lobt Ehemann Manfred Meschke seine Frau. Er, 1936 als Sonntagskind geboren, wuchs mit drei Geschwistern auf. Er erinnert sich daran, als Plauen bombardiert wurde, die Wände wackelten, die Frauen im Schutzkeller verharrten und er und sein Vater mit Wassereimern das Gut bewachten. Mit dem Kriegsende erlebte er im April den Einmarsch der Amerikaner mit Panzern, am 01.07.1945 den der Roten Armee mit Banjewagen und kleinen Pferden. Das Kriegsende führte zu einer neuen Lage auf dem Land. Es „fehlten“ die Kriegsgefangenen und Landjahrmädchen als Arbeitskräfte. Er wurde sofort als Arbeitskraft gebraucht. Bereits als Neujähriger in der Getreideernte helfend, hatte er sich in den folgenden vier Jahren vom Handarbeiter zum Pferdeführer entwickelt, in Folge alle Stationen der Landwirtschaft von der Pike auf beherrschen gelernt. Als er 1950 seine Lehre antrat war er somit eigentlich bereits der perfekte Facharbeiter auf dem Lande. Ab 1953 absolvierte er drei Jahre die Fachschule für Landwirtschaft, beendete diese mit Diplom als staatlich geprüfter Landwirt und einer Gratulation durch den damaligen Präsidenten der DDR Wilhelm Pieck. „Es begann damals schon, dass ich überzeugter SED-Genosse wurde“, erklärt er. Ein zweites Studium an der LPG-Hochschule Meißen folgte und der Einsatz als Vorsitzender der LPG erfüllte den „Bauer mit Leib und Seele“ mit Stolz. Gesellschaftlich engagierte er sich 13 Jahre als Bezirksabgeordneter und bis 1995 als Altgenosse im Gemeinderat. Sein Ziel war, die Menschen zu begeistern, ihnen Selbstwertgefühl zu verleihen, das Gefühl von Wertigkeit zu geben. Der Titel „Held der Arbeit“ wurde ihm 1974 verliehen. Die dazugehörige Prämie spendete er für soziale Zwecke. Als Vorzeigevorsitzender der LPG lebte er seinen Untergebenen Fleiß, Ehrlichkeit und Loyalität vor, demonstrierte eigene Leistungsbereitschaft, begleitete in den Jahren 1982–1989 die Jahre der „industriemäßigen Produktion“ in der Landwirtschaft. „Der Untergang der DDR“ traf ihn emotional sehr. Mit 55 Jahren gekündigt durchlief er den Vorruhestand, wurde 10 Jahre später Rentner. Ehrenamtliche Arbeiten folgten. Seine Frau ist ihm Stütze gewesen in der schweren Zeit und auch heute noch der wichtigste Mensch in seinem Leben. Dass alle die ihn persönlich kennen ihm mit Hochachtung begegnen, gibt seinem Leben den Sinn, den er sich immer wünschte.
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