MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christel Mey
„Ich bin ein glücklicher Mensch“
Christel Mey
Versicherungskauffrau
99092 Erfurt
Sie wollte immer „Dienst am Menschen tun“, wie Christel Mey es ausdrückt. Die selbstständige Versicherungskauffrau aus Erfurt, seit 1986 in zweiter Ehe verheiratet mit Peter, und Mutter von drei Söhnen, hatte ursprünglich den Berufswunsch, Krankenschwester zu werden. Doch ihre Eltern schickten sie nach Suhl, um dort zwei Jahre zu lernen und den Facharbeiterbrief für Datenverarbeitung zu erwerben. Das Mädchen sollte nach der Schule (1963-1973) schnell Geld verdienen. Geboren 1956 in Herges-Hallenberg bei Oberhof, begann Christel Meys Berufsleben in Suhl in Schichten am Rechner. Als junge EDV-Facharbeiterin schloss sie zunächst Bekanntschaft mit dem Lochkartensystem und blieb bis 1977 in Suhl. 1978-1981 war Christel in der Rechenstation der Deutschen Reichsbahn in Erfurt beschäftigt. Von dort bekam sie sehr schnell Wohnraum in Erfurt. Sie wechselte danach zum Kalibergbaubetrieb in die Rechenstation, weil sie dort noch bessere Verdienstmöglichkeiten sah. Wieder konnte sie als Arbeitsvorbereiterin tätig sein und blieb bis 1984. Nebenberuflich erhielt Christel Mey die Chance, für die Staatliche Versicherung tätig zu sein. 1985 stieg sie dort hauptberuflich als Versicherungsinspektor ein. Mit der Wende kam die Allianz, alles befand sich im Umbruch, neue Modelle wurden vorgestellt. Die beherzte Frau stellte sich auf eigene Füße, was ja gewollt war und meldete am 1. Juli 1990 ihr Gewerbe an. Die selbstständige Versicherungsvertreterin baute sich ihren eigenen Kundenstamm neu auf. Aufgrund zahlreicher Schulungen, um sich zu qualifizieren, war ihr die Ausbildung zur Versicherungskauffrau zuerkannt worden. Von Anfang an Einzelkämpferin gewesen, hatte sich Christel Mey zur Generalvertreterin entwickelt. Das Geschäft und der Umgang mit den Kunden lagen ihr. Nach 19 Dienstjahren beendete die Erfurterin 2009 ihr sehr bewegtes Berufsleben. Ihre Ärzte rieten ihr, aus gesundheitlichen Gründen kürzer zu treten und erklärten sie für berufsunfähig. Heute sagt Christel Mey: „Das Glück hat mich nie verlassen, aber man muss auch was dafür tun. Ich bin ein glücklicher Mensch“. Sie ist stolz auf ihre Familie und deren Zusammenhalt. Kochen, backen, verreisen - am liebsten nach Italien - das sind Beschäftigungen, die sie ausfüllen. Außerdem hat sie ein Patenkind in Ostafrika. Christel Mey bezahlt ihm das Schulgeld in Kenia. Zu ihrem 60. Geburtstag hatte sie sich Spenden gewünscht, um das Kinderhospiz in Tambach-Dietharz unterstützen zu können. Die Thüringerin geht offen durchs Leben. „Glück bedeutet für mich, gesund und beweglich zu sein, das Leben zu genießen“, erklärt Christel Mey. Ihre Eltern sieht sie bis heute als Vorbilder. Sie trifft sich noch mit früheren Schulkameraden, wandert gern, liebt die Rennsteig-Region und die Gegend um Seiffen im Erzgebirge. Christel Mey ist bodenständig und heimatverbunden.