MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Berthold und Ursula Mews

Chancen nutzen

Berthold und Ursula Mews

Betriebsschlosser, Auslandsmonteur
Schneiderin, Bankkauffrau
Heinrich-Heine-Str. 3
04680 Colditz

Als Ursula Hofmann kam sie 1941 im Leisniger Krankenhaus zur Welt. Da der Vater im Krieg blieb, wuchs sie vor allem bei den Großeltern im Örtchen Hausdorf auf. In deren landwirtschaftlichem Betrieb fand sie Freude an der Arbeit, war lieber auf dem Feld, statt in der Schule, konnte dennoch den Abschluss der 8. Klasse erwerben und die angestrebte Lehre als Schneiderin in Grimma beginnen. 1959 schloss sie die Ausbildung nach drei Jahren ab, im gleichen Jahr heiratete sie und begann ihre berufliche Tätigkeit in einem Grimmaer Textilbetrieb. 1968 zog die Familie nach Hausdorf, die Mutter hatte dort ein Haus kaufen können, in die alte Bude steckten sie viel Liebe und Arbeit. Ursula Mews wechselte, anfangs für Teilzeitarbeit, zur Deutschen Notenbank (später Industrie- und Handelsbank bzw. Staatsbank der DDR). In der Grimmaer Filiale wirkte sie als Kassiererin. Für langjährige Tätigkeit erhielt sie die Anerkennung als Bankkaufmann. Sie erlebte die aufregenden Zeiten, als 1990 von DDR-Mark auf DM umgestellt wurde, musste sich auch mit der Arbeit am Personalcomputer anfreunden. Die Filiale wurde von der Deutschen Bank übernommen, aber später geschlossen, so dass sie die letzten Berufsjahre in Döbeln eingesetzt wurde. Berthold Mews stammt aus Pommern, 1932 wurde er in Krussen, Kreis Stolp geboren. Schwierige Zeiten brachten der Krieg und der Moment, als die sowjetische Armee im März 1945 die flüchtenden Dorfbewohner überrannte. Zurück im Dorf, war das Haus niedergebrannt, das Vieh gestibitzt. Er und seine Familie (acht Geschwister) erlebten Hunger und Not, konnten 1947 nach Deutschland übersiedeln, wo der junge Berthold noch ein Jahr die Schule in Leipzig besuchte, dann zur Lehre als Betriebsschlosser in die Papierfabrik Trebsen ging. Wegen guter Leistungen konnte er diese ein halbes Jahr vorfristig abschließen, ging nun auf Montage, erlebte den Aufbau des Eisenhüttenkombinates Ost mit. 1953 begann er bei der Wägetechnik Grimma-Hohnstädt, einem Zweigbetrieb der Oschatzer Waagenfabrik. In langen Berufsjahren erwarb er sich das Knowhow, um bei der Installation von Großwaagen im ganzen Land und im Ausland (Kuba, Birma, Ägypten, Syrien, Iran, Jugoslawien, Algerien) die Firma vertreten zu können. Am Tag, als die Mauer 1989 fiel, kam er gerade per Flugzeug von Kuba zurück. Anderthalb Jahre später entschied er sich für den Vorruhestand. Die gemeinsame Tochter Angela (Jahrgang 1961) und seine Tochter Bärbel aus erster Ehe bilden zusammen mit den drei Enkeln den familiären Rahmen.
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