MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Otto Mertens

Zwei erfüllte Berufsleben

Otto Mertens

Maschinen- Traktorenschlosser / Tankwart
99867 Gotha

Der am 03.01.1944 geborene Otto Mertens wuchs in Wartenberg / Altmark auf, wo seine Eltern einen kleinen Bauernhof hatten. Er besuchte die Grundschule bis zur 8. Klasse und absolvierte dann bei der MTS (Maschinen-Traktoren Ausleihstation) Bismark eine Berufsausbildung zum Maschinen- Traktorenschlosser. Dies entsprach seinem Wunsch eine handwerkliche Tätigkeit zu erlernen. Anschließend arbeitete er einige Jahre im Beruf, dann rief die Nationale Volksarmee (NVA). Er verpflichtete sich als Soldat auf Zeit und diente drei Jahre bei den Grenztruppen. Inzwischen hatte er seine spätere Ehefrau kennengelernt und zog nach Beendigung der Dienstzeit zu ihr nach Gotha. Hier nahm Otto Mertens im Volkseigenen Gut (VEG) Sundhausen eine Tätigkeit als Schlosser in der Reparaturwerkstatt auf. Doch der ständige Umgang mit Ölen und Schmierstoffen bekam seinen Händen nicht, so dass er diese aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Das VEG bot ihm jedoch eine Stelle als Busfahrer für den innerbetrieblichen Berufsverkehr an, damit er weiter im Gut arbeiten konnte. Dafür erwarb Otto Mertens den Personenbeförderungsschein und war nun bis in die Wendezeit hinein für die sichere Beförderung seiner Arbeitskollegen zuständig. Mit der Umwandlung des VEG in eine privatwirtschaftlich geführte genossenschaftliche Einrichtung kam es zunächst zu Kurzarbeit und dann zum Stellenabbau, er wurde arbeitslos. Dies war jedoch nur von kurzer Dauer. Über eine Anzeige erfuhr er von einem Tankstellen- Neubau in Sundhausen, für dessen Betrieb noch Mitarbeiter gesucht wurden. Seine Bewerbung war von Erfolg gekrönt und es erfolgte die Ausbildung zum Tankwart. Der Zufall wollte es, dass der Pächter dieser Tankstelle sein ehemaliger VEG- Chef wurde. Es folgten für ihn interessante und abwechslungsreiche Arbeitsjahre im neuen Beruf. „Damals war der Tankwart auch noch Ansprechpartner und Helfer bei fahrzeugtechnischen Notsituationen“, sagt Otto Mertens. Doch die Verjüngung in der Führungsebene wirkte sich zunehmend auch im Mitarbeiterbereich aus. Nach über einem Jahrzehnt Tätigkeit als Tankwart musste er schließlich in den vorgezogenen Ruhestand gehen. Seine Ehefrau Marlies, die einst auch im VEG arbeitete, war später als Sachbearbeiterin im Rat des Kreises - nach der Wende im Landratsamt - bis zu ihrer Berentung tätig, verstarb aber leider schon kurze Zeit später (2012). Mit ihr hat Otto Mertens zwei Kinder, Tochter Bianka und Sohn Camillo, die ihnen inzwischen drei Enkelinnen geschenkt haben. Seit vielen Jahrzehnten pflegt er bereits sein Hobby Modelleisenbahn, darüber hinaus gibt es aber in Haus, Hof und Garten immer genug zu tun. Gesund bleiben und noch einige schöne Jahre mit seiner Lebensgefährtin Cristiana verbringen, das ist sein größter Wunsch.
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