MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Burkhard Meyer

„Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinaus gibt, geht nicht verloren.“ (Albert Schweitzer)

Burkhard Meyer

Stephanweg 16
06846 Dessau-Roßlau

Burkhard Meyer wurde 1948 geboren. Befragt nach seinem Werdegang und seinem Berufwunsch als Junge, erinnert er an die Gegebenheiten der damaligen Zeit: Als Sohn des Oberkirchenrates der Landeskirche, stand für ihn damals als erstes die Frage, überhaupt zum Abitur und zum Studium zugelassen zu werden. Zusammen mit dem Sohn eines anderen kirchlichen Würdenträgers, jedoch die Besten der Klasse, führte an dieser Leistungsstärke letztendlich nichts vorbei. 1967 konnten die beiden Schulfreunde folglich das Abitur am Philanthropinum Dessau ablegen, wenn auch nicht beide mit der Note 1. Der Deal der Schule war: Abitur mit Note 2, dafür keine Pflicht zum Wehrdienst und die Zulassung zum Studium ohne Aufnahmeprüfung. Diesen Kompromiss konnte Burkhard Meyer eingehen, studierte Verfahrenstechnik an der Technischen Hochschule in Merseburg. Als technologischer Projektant nahm er 1972 die Arbeit im VEB Gasgerätewerk Dessau auf, wechselte 1977 als Gruppenleiter in die Projektierungsabteilung des VEB Chemieanlagenbau Leipzig / Grimma. 1985–1986 arbeitete er im VEB Filterbau in Dessau als Investitionsverantwortlicher, bevor er im gleichen Betrieb Direktor für Rechnungsführung und Finanzkontrolle wurde. Sein Ziel war es, als Parteiloser und bekennender Christ, in einem kleineren volkseigenen Betrieb Betriebsdirektor zu werden. Doch ab 1988 war das wirtschaftliche Ende der DDR bereits abzusehen, wie Burkhard Meyer das Wissen der damaligen Betriebs- und Kombinatdirektoren schildert. Das endete mit der Veranlassung zur Fälschung der Statistiken der Betriebsabrechnungen. Burkhard Meyer widersetzte sich diesem Begehren, verließ den Betrieb durch Abberufung zum 31.03.1990 und arbeitete ab 01.04.1990 als Hauptgeschäftsführer des Diakonischen Werkes der Evangelischen Landeskirche Anhalt e. V.. Die Schaffung von Strukturen und der Aufbau des Diakonischen Werks, mit der Einrichtung von sieben Sozialstationen in Anhalt begann, Jugendarbeit wurde neu gegründet, Behindertenarbeit forciert, Einrichtungen übernommen, Beratungsdienste installiert, die Bahnhofsmission wurde neu gegründet.... Während dieser Aufbauphase veränderte sich die Zahl der tätigen Mitarbeiter von 389 im Jahr 1990 auf über 1200 im Jahr 1992 – eine zahlenmäßige Differenz, die Spiegel der Arbeit jener Zeit und Leistung der Geschäftsstelle ist, der Burkhard Meyer vorstand und die in der Gründung der Diakonischen Werke auf Kirchenkreisebene mündete. Die Dynamik jener Zeit kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, sagt Burkhard Meyer und erinnert sich unter anderem an das „Abenteuer“ der Übernahme des Rehabilitationszentrums Dessaus. Ungeklärte wirtschaftliche, vertragliche und Eigentumsverhältnisse, fehlende Bilanzen... Chaos pur wurde zur heute aus eigener Kraft existierenden Einrichtung. Burkhard Meyer wurde ab 1998 Geschäftsführer der Diakoniegesellschaft Wohnen und Arbeiten mbH in Dessau, gründete 1998 die Evangelische Grundschule in Dessau und trat 2011 in den Ruhestand. Seit 1970 mit Frau Ursula verheiratet, Vater von drei Kindern und Großvater von sieben Enkeln, gehört seitdem seine Zeit mehr der Familie und der Beschäftigung in Haus und Garten sowie mit dem Lesen.
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