MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Chirsta und Joachim Berthold

Den richtigen Weg gegangen

Chirsta und Joachim Berthold

Handelskaufmann
Näherin
09244 Lichtenau OT Garnsdorf

In ihrem 1970 mit Schweiß und Improvisationsvermögen gebauten Haus genießen Christa und Joachim Berthold heute die Jahre des Ruhestands nach einem erfüllten arbeitsreichen Leben. Immer noch gibt es am Haus und im Garten für beide genug zu tun. Joachim Berthold wurde 1930 schon in Garnsdorf geboren. Der Sohn eines Werkzeugschlossers wuchs im Kreis von vier Geschwistern auf. Nach der Einschulung 1936 gab es für den Sohn zum Nazi-Regime kritisch eingestellter Eltern bald schwere Kriegsjahre, in der harte Winter zu überstehen waren, noch immer bedauert er den vielen Schulausfall. 1944 begann er eine kaufmännische Lehre im Fahrrad- und Radiogroßhandel von Bruno Thierbach, wo er viel arbeiten musste, wenig lernte. Umso mehr brachten ihm die drei Jahre in der Chemnitzer Berufsschule. Nach dem Bombenangriff im März 1945 musste die Firma in einem Ausweichquartier weitermachen. Doch 1946 löste Joachim Berthold den Lehrvertrag, setzte die Ausbildung bei der Fa. Hengst Kfz-Reparaturen fort. Ab 1947 war er dann dort erst in Reparaturannahme, bald in der Buchhaltung tätig, auch als die Firma in Volkseigentum überführt wurde. 1955 wechselte er zur Bezirksdirektion Kraftverkehr Karl-Marx-Stadt (wie Chemnitz inzwischen hieß), war als Betriebswirtschaftler tätig, musste dann den Hauptbuchhalter vertreten. Da sein Neuerervorschlag zum Einsatz von Lochkartensystemen vom Ministerium akzeptiert wurde, baute er dann die Rechenstation für die Verkehrsbetriebe auf. 1967 (er bildete sich stets weiter, blieb immer neugierig) führte ihn sein Interesse an der EDV-Technik zum Kombinat Wälzlager und Normteile (Sitz: Karl-Max-Stadt), wo er für alle DDR-weiten Kombinatsbetriebe mit rund 30.000 Beschäftigten das neuartige Projekt der Lohnabrechnung aufbaute und betreute. Anstrengende Zeit mit vielen Überstunden bescherte ihm 1990 der Wechsel von der Plan- zur Marktwirtschaft samt der Umstellung von DDR-Recht und DDR-Währung auf bundesdeutsche Verhältnisse. Nach langen erfüllten Berufsjahren kam dann 1992 der Übergang in den Rentenbezug sehr gelegen. Zu DDR-Zeiten hatte er sich auch als Gemeindevertreter engagieren können, war zeitweilig im Gemeinderat für die Finanzen zuständig. Seit der Heirat 1956 stand Frau Christa an seiner Seite. Als Christa Hausmann wurde sie 1933 in Noßwitz geboren, wuchs mit einem Bruder in der Landwirtschaft der Eltern auf, war daher früh ans Arbeiten gewöhnt und besuchte in Rochlitz die landwirtschaftliche Schule. Mit dem Umzug nach Garnsdorf begann sie in der Näherei der für Kinderbekleidung bekannten Firma „Doppelmoppel“. 1959 erweiterte Tochter Andrea die Familie, die inzwischen um drei Enkel und fünf Urenkel gewachsen ist.
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