MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Manfred Berndt

„Hoffnung ist eine Anleihe auf das Glück“ (Joseph Joubert)

Manfred Berndt

Landwirt
Landmaschinen- und Traktorenschlosser
Dorfstr. 17
09661 Striegistal OT Dittersdorf

Die Kindheit des 1934 als Sohn von Landwirten geborenen Manfred Berndt stand unter keinem guten Stern. Erst zwei Jahre alt, verstarb sein Bruder. Sein Vater kehrte aus dem Krieg nicht zurück, starb 1945 in einem Lazarett. Auch die Mutter blieb ihm nicht lange erhalten, verstarb 1948 an einer schweren Lungenentzündung. Die Großmutter nahm sich seiner an, der elterliche, landwirtschaftliche Hof wurde verpachtet. Acht Jahre besuchte er die Schule (1941–1949), ging dann bei seinem Onkel in die Landwirtschaftslehre und blieb danach für zehn Jahre in dem Betrieb. Er lernte viel und hatte durch die verwandtschaftlichen Verhältnisse zudem eine familiäre Anbindung. 1960 kehrte er in sein Elternhaus zurück. Was als Übernahme des Elterngutes geplant war, wurde durch die Kollektivierung der Landwirtschaft zum Beitritt in die LPG. Sechs Jahre gehörte er dem Typ I an (bis 1966), unter Beibehaltung privater Viehhaltung. Dann war auch das vorbei, das Vieh wurde ebenfalls in die LPG eingebracht. Einige Jahre begleitete er das Wachsen der LPG und betrieb nebenher die eigene Wirtschaft. Das forderte seinen Tribut. Er wollte und musste aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten, war als Traktorfahrer weiter tätig. Als auch das nicht mehr machbar war, wechselte er in den technischen Bereich. Er erlernte zusätzlich den Beruf als Landmaschinen- und Traktorenschlosser um diese Tätigkeit besser ausführen zu können und war bis 1992 in dem Bereich beschäftigt. Mit wachem Verstand hatte er die Entwicklungen in der DDR beobachtet. Die der politischen Wende in der DDR folgenden Veränderung kamen für ihn nicht unerwartet. Seit 1961 verheiratet, waren der Familie indessen 1962 und 1967 zwei Kinder zugewachsen. Tochter Kerstin hat Landwirtschaftskaufmann gelernt, Sohn Holger wurde Landwirt, ist heute jedoch anderweitig tätig. Über zwei Enkel können sich die Eheleute freuen. Manfred Berndt konnte nach der Wende mit 57 Jahren in den Vorruhestand gehen. Seine Frau war bereits zu Hause. Jetzt stand die Frage, wie die Besitzrückgabe abzuwickeln war. Bei einer kompletten Rückforderung fürchtete er um den Arbeitsplatz der Tochter im LPG-Büro. So entnahm er einen Teil seines Besitzes, betrieb fortan wieder bis 2002 die eigene Wirtschaft als Nebenerwerb. Eine Nachfolge fand sich nicht nach den zehn Jahren. Deshalb entschied Manfred Berndt schweren Herzens das Land wieder in die Genossenschaft zurückzuführen, später privat zu verpachten. Einige Traktoren auf dem Hof zeugen heute noch von der Zeit als Landwirt, die er trotz aller Höhen und Tiefen als eine sehr glückliche betrachtet. Im Ort wohnen heute nur noch 84 Menschen. Die Freiwillige Feuerwehr der er seit 1960 angehörte und als Gemeindewehrleiter und Ortswehrleiter 20 Jahre lang vorstand ist aufgelöst. Es wird ruhig im Umfeld. Gesundheitlich stark angegriffen, ist die Betrachtungsweise des Lebens von Nachdenklichkeit geprägt. Erinnerungen an die Lebensleistung der Großmutter, der Stolz auf seine Frau und seine Kinder und der Wunsch auf Frieden und Gesundheit für alle halten Manfred Berndt aufrecht.
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