MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Achim Bertrand
Jedes Lebewesen als ein Mitgeschöpf betrachten
Studienrat, Diplom-Pädagoge
Imker
Mannschatzer Str. 12 a
04758 Oschatz
Achim Bertrand wächst im Erzgebirge, auf und besucht die Schule in Griesbach. Sein Vater muss 1945 im Zuge der Entnazifizierung den Schuldienst verlassen, wird jedoch fünf Jahre wieder eingestellt, als in den Schulen Not am Mann ist. Der Sohn fühlt sich bis heute sehr von ihm geprägt, obwohl er in jungen Jahren selbst keineswegs Lehrer werden will. Nach der Schule entscheidet er sich für eine Lehre als Maschinenschlosser, er gerät an einem Meister, der ihn viele Dinge selbst ausprobieren lässt. Nach bestandener Facharbeiterprüfung dient er im Musikkorps der Nationalen Volksarmee (NVA), wo er die große Trommel schlägt. Danach entscheidet sich Achim Bertrand doch noch für die pädagogische Laufbahn und wird Lehrer für Polytechnik. Er ist nicht ohne Ehrgeiz, wird Direktor, Schulinspektor und sogar der 1. stellvertretende Schulrat für den Kreis Borna. Im Jahr 1985 heiratet er seine Frau Karin, eine Mathematiklehrerin, die an der Berufschule neben ihrem Hauptfach auch Staatsbürgerkunde unterrichtet. Diese bringt die Tochter Angela mit in die Ehe, die heute als Dipl.-Ing. arbeitet. Sein Sohn Uwe kommt 1961 zur Welt und diente bis zur Wende in der Marine als Fregattenkapitän. Zur Familie gehören inzwischen drei Enkel. Achim Bertrand ist sehr froh, dass er seine Frau gefunden hat. Das Ehepaar besitzt eine Bibliothek mit rund 1000 Bänden. Seit 1984 lebt es in Oschatz, das Haus hat einst der Großvater der Frau gebaut. Die schönste Zeit in seinem Berufsleben sind für Achim Bertrand die Stunden mit den Kindern in den Fächern Werken und Polytechnik, wenn er deren Neugierde und die Freude am Tüfteln erleben kann. Als mit der Wende 1989 die teilweise unsachlichen Diskussionen um die Rolle der Volksbildung in der DDR aufkommen, zieht sich Achim Bertrand aus dem Berufsleben zurück und widmet sich seinem Hobby, der Imkerei. „Den Umgang mit den Bienen kann man nicht nur aus Büchern erlernen“, spricht er aus Erfahrung. Der nunmehrige Rentner lebt sehr gern in Oschatz und freut sich immer wieder über das stabile und verlässliche Umfeld in der Stadt. Nachdem er sich von seiner Imkerei getrennt hat, kümmert er sich vor allem um seinen Hund Max und pflegt eine verletzte Taube, die ihm vor einigen Jahren zugeflogen ist. Achim Bertrand könnte nicht einmal eine Wespe im Glas töten und ärgert sich darum besonders über die Rücksichtslosigkeit und die Unachtsamkeit unter den Menschen. Er würde gern bewirken können, dass alle Konflikte grundsätzlich friedlich gelöst werden und kümmerte sich vor allem um die Selbsthilfegruppe für Diabetiker in Oschatz und Torgau, die er einige Jahre auch geleitet hat. Er möchte noch viele Jahre mit seiner Frau bei guter Gesundheit verbringen und wünscht sich, dass diese ihn eines Tages überlebt.