MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner Bernstein

Die Kindheit prägte sein Leben

Werner Bernstein

Nach der Wanne 17
04741 Roßwein

Fon: 034322 / 40682

Werner Bernstein wurde 1935 in der Skatstadt Altenburg geboren. Der Vater verdiente sein Geld als Dreher, die Mutter zog ihre sechs Kinder auf, war auch Pflegerin in einem Krankenhaus. Der Zufall wollte es, dass Familie Bernstein über einer Bäckerei wohnte. Dieser Umstand sollte das Leben des Jungen prägen. Vielleicht war es der Duft des frisch gebackenen Brotes, von dem er sich stets ein paar Scheiben erhoffte oder die mollige Wärme des Backofens, die Werner Bernstein anzogen. „Ich stand morgens um vier auf, ging in die Backstube und sah dem Bäcker bei der Arbeit zu. Nach der Schule, so ab eins, war ich wieder da“, schmunzelt Werner Bernstein. „Mit der Zeit war mir klar, dass ich auch Bäcker werden wollte. Aber der Meister meinte, dass er mich später nicht einstellen könne. Er befürchtete, dass ich alles besser wüsste. Eine Lehre könne er mir auch nicht bieten, versprach aber, sich um eine Stelle zu kümmern. Schließlich erlernte ich woanders meinen Traumberuf. Weil ich schon Erfahrungen im Backen hatte, beendete ich die Lehre schon nach zwei Jahren. Das gefiel dem Lehrmeister gar nicht. Als Geselle versorgte ich auch dessen Pferde, Schweine, Gänse und Hühner“, erzählt Werner Bernstein. Danach arbeitete er in den Bäckereien der Handelsorganisation (HO) in Freiberg und Altenburg. Später absolvierte er vier Wochen lang in Dresden die Meisterschule und bestand alle Prüfungen, im Alter von 22 Jahren! In Roßwein kaufte er nach einigen Jahren von einem alten Bäcker die Backstube und baute sie aus. „1958 machte ich mich selbstständig und war 15 Stunden am Tag auf den Beinen, backte Brote, Brötchen, Kuchen, zur Weihnachtszeit auch Stollen. Um die Waren zu verkaufen, fuhr ich mit dem Auto auf die Dörfer. Mittwochs machten Reisegesellschaften bei mir halt. Für sie backten wir 200 Stück Eierschecke, Kirmes-, Pflaumen- und Quarkkuchen. Die Eier legten unsere Hühner, im eigenen Garten pflückten wir das Obst und kochten es ein“, berichtet Werner Bernstein. Sechs Angestellte standen ihm zur Seite. Dabei auch seine Elfriede, die 2005 nach 48 Ehejahren verstarb. Im Jahr darauf ging Werner Bernstein in Rente. Der sechsmalige Vater und Großvater sowie dreifache Uropa war aktiver Sportler in der Kegel- und Fußballoberliga. Jetzt sieht er sich Wettkämpfe im Fernsehen an, manchmal auch vor Ort. Werner Bernsteins größter Wunsch ist, gesund zu bleiben.
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