MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Heino Berner

Für den Fortschritt

Heino Berner

Bauingenieur
09350 Lichtenstein

Als Plattenbauten den großen gesellschaftlichen Fortschritt markierten und für viele Menschen die Lebensbedingungen durchaus verbesserten, war Heino Berner einer ihrer technischen Protagonisten. 1939 im märkischen Kerzlin (Kreis Neuruppin) geboren, nutze er nach dem Abschluss der 10. Klasse die Möglichkeit, sich an der Ingenieurschule in Erfurt zum Bauingenieur zu qualifizieren. Die praxisorientierte, sehr solide vierjährige Sonderausbildung wurde fortan die Grundlage seines Wirkens. Die Vermittlung erfolgte in den sächsischen Kreis Hohenstein-Ernstthal. Ab 1959 entstand im benachbarten Lichtenstein in sechs Jahren ein ganzer Stadtteil. Heino Berner fungierte als Bauleiter, stieg bereits nach drei Monaten zum Oberbauleiter auf und war als Leiter GAN (Generalauftragnehmer) letztendlich für 1.300 Wohnungen, zwei Kindergärten, eine Schule und zwei Kaufhallen verantwortlich. Aller vier Wochen hatte er einen Wohnungsblock zu übergeben. Das Wohnungsbaukombinat Glauchau, für das er tätig war, sandte ihn 1965 nach Bitterfeld, wo innerhalb von zwei Jahren 1.000 Wohnungen bezugsfertig in die Höhe zu ziehen waren. 1967 wurde er wieder im Erzgebirgischen eingesetzt, in Oelsnitz wurde der Aufbau des ersten Plattenwerks des Bezirkes seine Herausforderung. Hier entstanden Arbeitsplätze für die Kumpel des stillgelegten Steinkohlebergbaus. Er wurde stellvertretender Verbandsvorsitzender der Plattenwerke der DDR. 1975/80 leitete er den Aufbau des Plattenwerkes in Zwickau, das in Zusammenarbeit mit der sowjetischen Industrie entstand. Dreimal führten ihn seine Dienstreisen bis nach Moskau. 1980 wechselte er zum Kreisbaubetrieb Hohenstein-Ernstthal. Mit dortigen Kollegen kaufte er den Betrieb, als der sozialistischen Planwirtschaft ab 1990 wieder marktwirtschaftliche Strukturen folgten. Bis 2002 war er einer der Geschäftsführer eines 200 Mitarbeiter umfassenden Baubetriebs, der um Kiesgrube, Mischanlage, Baumarkt und Transportsparte erweitert wurde. Als Mitglied der Liberal-Demokratischen Partei (LDPD) in der DDR kam er nach der Wende zur FDP, wurde in ihrem Auftrag Stadtrat. Zwei Jahre amtierte er auch als Präsident des Fußballvereins. Heino Berner ist seit 1961 mit Frau Christine, einer Bibliothekarin, verheiratet und zählt zu seiner Familie zwei Töchter, zwei Schwiegersöhne und vier Enkel.
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