MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Inge und Günter Berner
Pädagogen in Familie
Birkenstar. 28
17033 Neubrandenburg
Fon: 0395 / 3685151
Als die 1941 geborene junge Inge nach der 8. Klasse den Schriftsetzer-Beruf erlernte, tat sie dies eigentlich, um damit eine gute Voraussetzung zu haben für ein anschließendes Journalistik-Studium. Aber es kam anders: Nach dem Vorpraktikum in der Bezirkszeitung „Freie Erde“ stellte sich heraus, dass in dem Jahr kein entsprechender Studienplatz angeboten wurde und so entschloss sie sich kurzerhand für ein Pionierleiterstudium. Keine schlechte Alternative, arbeitete sie doch gerne mit Kindern und musste zudem dafür nur zwei Jahre die Schulbank drücken. Als Freundschaftspionierleiter war sie viele Jahre in Neustrelitz tätig mit Nebentätigkeit im Unterricht. Theoretische Grundlage legte eine zusätzliche Ausbildung in Pädagogik und Methodik.
1978 nach Neubrandenburg umgezogen, nahm sie nun die Arbeit als Unterstufenlehrerin mit Kunsterziehung auf. Das Schuljahr 1989–1990 führte sie noch zu Ende, dann wurde sie entlassen. Die Staatsnähe als Pionierleiter war suspekt. Das Arbeitsamt vermittelte sie in eine ABM an die Körperbehindertenschule, wo sie im Freizeitbereich bis zum Erreichen der Rente tätig war. Tochter Kathrin (geb. 1964) und die Zwillinge Onni und Anja (geb. 1968) führen das pädagogische Erbe weiter. Sie arbeiten als Erzieherin, Sportfunktionär und Lehrerin mit jungen Menschen.
Günter Berner lernte nach der Schule Traktoren- und Landmaschinenschlosser, bevor er vom Jugendverband zum Pionierleiterstudium delegiert wurde. Hier lernte er seine Frau kennen und lieben, heiratete sie 1964 und folgte ihr nach Abschluss der Studienzeit nach Neustrelitz. Als Kreisvorsitzender der Pionierorganisation eingesetzt avancierte er damit zu ihrem beruflichen Vorgesetzten. Nach sechs Jahren wurde er in den Parteiapparat delegiert, als Leiter der Jugend- und Sportkommission. Nach dem Erlangen des Abschlusses Diplom-Gesellschaftswissenschaftler an der Parteihochschule „Karl Marx“ erfolgte sein Einsatz im Bereich Kader der Bezirksleitung der SED. Für seine gute Arbeit erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze. Gesundheitlich seit Kindheit angeschlagen, erlebte er mit der Wende zwar den Verlust seines Arbeitsplatzes, nicht mehr jedoch die Rivalitäten des neuen Arbeitsmarktes – er wurde berentet. Die Zeit des Wegfalls ihrer Aufgaben hat Familie Berner als schwere Zeit erlebt. Sie mussten sich neu orientieren, einen neuen Sinn für sich finden. Gemeistert haben sie es und freuen sich heute, sich gegenseitig zu haben, mit Hund Mascha Spaziergänge unternehmen zu können, zu lesen und als Sportinteressierte am Fernseher Ereignisse zu verfolgen.