MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans-Jürgen Beselin
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut
Rentner Marschlewskistr. 25 10243 Berlin
Für Hans-Jürgen Beselin war die Kriegszeit eine prägende. 1944, gegen Ende seiner Schulzeit, wurde er noch als Soldat eingezogen, 1945 landete er in englischer Kriegsgefangenschaft. Im Oktober entließ man den jungen Mann und er ging über die grüne Grenze nach Hause. „Nie wieder Krieg!“, dachte sich der junge Beselin und für ihn stand fest, dass er Lehrer werden will. Nach dem Abitur begann er sofort als Schulhelfer in Berlin zu arbeiten. In den Klassen saßen 60 Schüler und mehr, manch einer war drei Jahre jünger als Herr Beselin. Nach drei Monaten als Schulhelfer nahm er ein Pädagogik-Studium an der Humboldt-Universität Berlin auf, welches er 1950 mit der Fächerkombination Deutsch/Geschichte beendete. Es folgten die ersten Jahre als Lehrer an verschiedenen Berliner Schulen. Stolz ist er auf seine erste Abiturklasse von 1954, zu deren Schülern er bis heute Kontakt hat. Aus gesundheitlichen Gründen musste der Pädagoge Beselin für neun Jahre aus dem Schuldienst ausscheiden, aber er blieb der Lehre treu: So arbeitete er als Redakteur bei der Zeitschrift „Elternhaus und Schule“ und im Zentralen Ausschuss für Jugendweihe der DDR. 1969 erwarb Herr Beselin seinen Abschluss als Diplom-Pädagoge. Hier promovierte er 1973. Nach den Jahren als Redakteur konnte der Lehrer wieder in der Schule arbeiten, wurde Schuldirektor und gestaltete eine Schule samt Namenstaufe zur Bertolt-Brecht-Oberschule um. Im Rahmen dieser Umgestaltung hatte der engagierte Mann engen Kontakt mit Helene Weigel, die auch zur Namensgebung der Schule dabei war. Nach fünf Jahren an dieser Schule übernahm der Dr. paed. die Leitung der EOS "Max-Planck" in Berlin-Mitte. Sechzehn Jahre wirkte Herr Beselin dort und begleitete viele Schüler, aber auch junge Lehrer auf ihrem weiteren Weg. 1984 wurde der Ur-Berliner Direktor der Volkshochschule Mitte und führte neue Fächer in den Lehrplan ein, unter anderem „Basic“ als Computersprache. Der einstige Leichtathlet war in allen Jahren auch in der BSG Rotation aktiv und beteiligte sich am Aufbau des Stadions der Weltjugend. 1973 nahm er dort an den Weltfestspielen teil. Der Oberstudienrat wohnt seit 60 Jahren in der gleichen Wohnung - bis 2007 zusammen mit seiner Frau Anneliese, die nach 57 Ehejahren verstarb. Herr Beselin hofft, mit 85 Jahren noch so gut beieinander zu sein, dass er noch einige Jahre der Entwicklung seiner fünf Urenkel verfolgen kann.