MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Bernd Mensel

„Ein Leben wie es wirklich war“

Bernd Mensel

Geprüfter Polier im Hochbau
Diplom-Volkswirt
An der Torgauer Landstr. 10
04838 Doberschütz OT Sprotta Siedlung
Fon: 03423 / 50350

Bernd Mensel wurde 1942 geboren. Sein Vater fiel im Krieg. Seine Mutter – vorerst alleinerziehend – brachte später einen Stiefvater ins Haus und mit ihm noch Geschwisterkinder für Bernd Mensel. Der wäre gerne Schlosser geworden, musste jedoch die Lehrstelle annehmen, die er erhalten konnte, wurde Zimmerer. Im Ausbildungsbetrieb vorerst als Geselle tätig, war er danach in einer PGH beschäftigt. Wegen der Unmöglichkeit des Wechsels in einen VEB und der Aussicht auf ein besseres Einkommen verpflichtete er sich für den Dienst in den Grenztruppen der DDR. Während seiner Ausbildung an der Unteroffiziersschule Eilenburg lernte er seine spätere Frau Gisela kennen (Hochzeit 1963, Chemiefacharbeiterin, Personalabteilung Eilenburger Chemiewerke, verstorben 2005). Eilenburg wurde deshalb zu seinem neuen Lebensmittelpunkt als er in den zivilen Bereich zurückkehrte. Im Rat des Kreises wurde Bernd Mensel in der Kreisplankommission tätig. Er absolvierte ein Fachschulstudium (Fachschule Ökonomie Rodewisch) und nach einem zweijährigem Vorbereitungsstudium zudem an der Martin-Luther-Universität in Halle ein weiteres Studium zum Diplom-Volkswirt (Abschluss 1977). Ab 1976 war er Vorsitzender der Kreisplankommission, erlebte als amtierender geschäftsführender Vorsitzender des Rates des Kreises die Wende. Für seine Verdienste in der Funktion mit dem „Vaterländischen Verdienstorden der DDR“ in Bronze geehrt, wurde er nach der Wende Leiter der Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung in Eilenburg. Doch auf Grund seiner beruflichen und politischen Vergangenheit war er zunehmend unerwünscht. Die Überprüfung auf Stasi-Tätigkeit bescheinigte ihm zwar eine unbelastete Vergangenheit und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Eilenburg sprach für sein verdienstvolles Wirken, doch die Zeit war geprägt von Duckmäuserei, Anbiederung, Selbstverleugnung und Hetzjagd auf ehemalige Mitarbeiter des Staatsapparates der DDR. Bernd Mensel begab sich nicht auf dieses Niveau, wechselte 1992 lieber die Arbeitsstelle als seine Überzeugungen und Einstellungen. Dank und Blumenstrauß beim Abschied aus der bisherigen Funktion wurden abgelöst von der „Rote Socke“- Bezeichnung und Diskreditierungen unterschiedlichster Art – auch von Menschen, die zuvor mit ihm Seite an Seite gearbeitet, und gleiche hohe staatliche Auszeichnungen errungen hatten. Diese waren jetzt CDU-Mitglieder und damit beschäftigt ihrerseits die Hetzjagd auf ihre DDR-Kollegen voranzutreiben und die Erinnerungen an die eigenen DDR-Lebensläufe damit ins Vergessen zu bringen. In der Bau GmbH Eilenburg fand Bernd Mensel neue Herausforderung – bis zur Insolvenz des Betriebes. Mehrfach wechselte er die Arbeitsstellen nachfolgend. Insolvenzen und eigene Entscheidungen waren der Anlass. Als PDS-Fraktionsmitglied und Mitglied des Stadtparlaments war er auch weiter gesellschaftlich tätig. Heute ist er keiner Partei mehr zugehörig, weil ihn die politischen Wege enttäuscht haben, die handelnden Personen nicht mehr überzeugen können. „ Ich habe in der DDR gelebt, habe in der DDR eine sehr gute Ausbildung genossen. In der BRD habe ich mich auf der Grundlage dieses Wissens durchsetzen können. Ich habe Intrigen kennengelernt und auch die Auflösung des gesamten DDR-Vermögens, des DDR-Mittelstandes und der Ressourcen zugunsten von Interessenten aus den alten Bundesländern – mit erheblichen Auswirkungen auf die Konkurrenzfähigkeit des neuen ostdeutschen Mittelstandes miterlebt.....“ sagt der wache und fachlich versierte Beobachter. Als Betriebsleiter in der Firma Bau- und Haustechnik beendete er im Alter von 58 Jahren Berufstätigkeit. Seit zehn Jahren arbeitet er seine Erlebnisse auf, die er als „Ein Leben wie es wirklich war“ in Buchform fasst.
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