MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Walter Menschig
„Kopf hoch – nicht die Hände“ (Gregor Gysi)
Zum Kirchberg 8
06193 Petersberg OT Teicha
„Ureinwohner“ nennt sich der 1947 in Teicha geborene Walter Menschig. Hier wuchs er auf, hier kam er in die Schule, hier verbrachte er bisher sein Leben, hier engagiert er sich für die Gemeinde. Nach der 8. Klasse hatte er das Glück an den Frankeschen Stiftungen zu Halle sein Abitur zu machen und – als Novum in der damaligen Zeit – gleichzeitig mit einem Berufsabschluss als Elektriker. So gerüstet nahm Walter Menschig im Anschluss an der Ingenieurschule Magdeburg ein dreijähriges Studium der Elektrotechnik (Elektrische Anlagen, Kabel und Geräte) auf, beendete es erfolgreich und trat seine erste Stelle in Leuna in der Projektierung als Elektroingenieur an. Er wechselte 1970 als Forschungsingenieur in das ehemalige ZIS (Zentralinstitut für Schweißtechnik) Halle, hat dort Schweißgeräte mit entwickelt und Forschungsthemen mit bearbeitet. An der Seite von Prof. Ardenne baute er Anlagen und Maschinen mit auf, war international tätig, beschäftigte sich selbst mit Forschungsthemen. Mit der Wende konnte es nicht sein, dass das ZIS Halle mehr Stellen hatte als die Außenstelle in Düsseldorf. Die Entlassungen kamen und 1995 wurde Walter Menschig in diesem Zuge arbeitslos. Die Gratulation zum 25. Dienstjubiläum erfolgte mit Blumen und dem „blauen Brief“-Erhalt zuvor. Dieser Menschen und Leistung verachtende Umgang war Walter Menschig fremd, machte ihn sprachlos und wütend zugleich. Selbst immer gesellschaftlich engagiert, politisch aktiv, waren ihm solche Umgangsformen, fremd und heuchlerisch. Seit 1968 Parteimitglied, hatte er 1992 die Bezirksparteischule absolviert, im ZIS als stellvertretender Parteisekretär agiert, war – wenn auch aus parteipolitischen Gründen nur für einen Tag – politischer Mitarbeiter des Rates des Kreises. Auch wenn in der Zeit der politischen Wende in der DDR Andersdenkende kriminalisiert wurden, blieb Walten Menschig seinen Überzeugungen treu. Seit 1974 gewählter Gemeindevertreter, Mitglied des Ortschaftsrates und stellvertretender Ortsbürgermeister, ist er als Mitglied für DIE LINKE mit vielen Stimmen gewählter, politisch führender Kopf der Gemeinde. Über 60 Jahre (seit 1954) zudem aktives Vereinsmitglied: Übungsleiter im Nachwuchsbereich, Vereinsvorsitzender, Schiedsrichter, zeitweise Vereinspräsident und heute technischer Leiter der Sektion Fußball des Sportvereins SV Traktor Teicha e. V., ist er viel unterwegs. Auch die bittere Erfahrung der Ablösung als Vorsitzender des Kreissportbundes des Saalkreises nach vier aktiven Jahren unmittelbar nach der Wende, wegen falscher Parteizugehörigkeit, tat seiner Sportbegeisterung keinen Abbruch. Acht Vereine sind in der Gemeinde noch aktiv, gestalten gemeinsame Höhepunkte wie das Kreis-Chorfest und andere – immer unter der Federführung von Walter Menschig und Karin Basler und in Zusammenarbeit mit der freien Wählerschaft. Sachorientierte Arbeit ist angesagt, besonders auch der bei Arbeit von Walter Menschig im Finanzausschuss, Bauausschuss und als Vorsitzender des Umweltausschusses. Ehefrau Ursel (gemeinsam haben sie einen Sohn Ray) trägt dieses Engagement mit, unterstützt selbst wo sie kann. Mit einer Partnergemeinde aus Polen werden Kontakte gepflegt, und, und, und... Man kann es gar nicht alles wiedergeben, doch Karin Basler fasst es gut zusammen, was hier uneigennützig geschieht: „Wir tun das für unsere Leute, nicht für uns selbst!“ Wenn mehr so denken und handeln würden wäre die Welt ein wenig schöner.