MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Brunhilde Mende
Die Familie im Zentrum ihres Lebens
Bankkauffrau i. R.
Nossener Straße 17
09661 Striegistal OT Etzdorf
Der Krieg nahm ihr den Vater und die ursprüngliche Heimat Dresden. 1936 wurde Brunhilde Mende in der Stadt an der Elbe geboren, die am 13. Februar 1945 schrecklich bombardiert wurde. Auch das Heim der Familie wurde getroffen, beim nächsten Angriff fand sie mit der Mutter unter einer Linde Schutz, der empfohlene Luftschutzbunker wäre ihr sicherer Tod gewesen. Mühsam gelangten sie aus Dresden, in Etzdorf (bei Roßwein) bei der Großmutter fanden sie Aufnahme. Erste Schuljahre begannen in Dresden, in Pappendorf und Etzdorf folgten weitere Jahre bis zum Abschluss der 8. Klasse. Eine Lehrstelle zu finden, war schwierig, die junge Brunhilde, kaum vierzehnjährig, begann die schwere Arbeit im Marbacher Forst, doch als die Westewitzer Klinik Schwesternnachwuchs suchte, meldete sie sich, konnte eine kurze Ausbildung absolvieren und arbeitete bis zur Heirat 1954 als Sprechstundenhilfe in einer Roßweiner Praxis. Nach der Geburt der Tochter blieb sie nun zu Hause, während ihr Mann Guntram als Maschinenschlosser viel auf Montage war. 1955 warb sie die Sparkasse Döbeln, die in Roßwein eine Zweigstelle unterhielt. In den sechzehn Jahren als Sparkassenangestellte konnte sie die Qualifizierung zur Bankkauffrau nachholen, doch als 1971 ein Konzentrationsprozess einsetzte, sie jeden Tag zur Arbeit nach Döbeln fahren sollte (vier Kinder waren inzwischen zu betreuen), kündigte sie und begann beim Oberbekleidungshersteller VEB Jugendmode Roßwein als Finanzbuchhalterin. Bis 1992 der Betrieb geschlossen wurde, war sie hier als anerkannte Mitarbeiterin. Noch heute trifft sie sich mit einer Reihe damaliger Kolleginnen einmal im Jahr zum gemeinsamen Kegeln.
Brunhilde und Guntram Mende steckten viel Fleiß in den Ausbau des Hauses, in dem sie froh ist, noch heute selbständig leben zu können. Mit ihrem Guntram konnte sie 2004 noch die goldene Hochzeit feiern, er verstarb 2005. Nun sind die Tochter (Regina) und die drei Söhne (Mathias, Sven und René) ihre wichtigsten Partner, die ihre Hilfe auch bei der Entwicklung der zehn Enkel schätzen, die dem Familienglück inzwischen hinzuwuchsen. Ihrem Vorbild der damals mit im Haus wohnenden Frau Voigt folgend, die ihren Kindern Oma war, während sie dem Beruf nachging, ist sie nun als Großmutter beliebt und gefragt. So verwurzelt Brunhilde Mende in Etzdorf ist, sie geht auch gern auf Reisen, als Nächstes steht Istrien auf dem Plan.