MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Anita Meier
Sportlicher, junger Mann suchte neue Begleiterin und fand unkomplizierte, ehrliche Frau für’s Leben
und Gerd Uhlemann
Handelskaufmann, Verwaltungsangestellte
Lokschlosser, Lackierer
Sachsenstr. 8
09557 Flöha
Das Einzelkind Anita Brose wurde 1948 als Tochter einer Ringspinnerin und eines Elektromonteurs geboren. Sie erinnert sich an die große Wohnsiedlung, die vielen Kinder mit denen sie täglich spielen konnte und den fast täglichen Gang in die beiden Schrebergärten der Eltern. „Es war Nachkriegszeit, es gab ja nichts, mein Vati hat da schöne Sachen angebaut, von Erdbeeren bis zu Kartoffeln,“ berichtet sie davon wie die Familie sich in den kargen Jahren selbst half. 1955–1965 besuchte sie in Flöha die Schule, erlernte danach 2 ½ Jahre den Beruf Handelskaufmann Landwirtschaft im VEAB (Volkseigener Aufkauf- und Erfassungsbetrieb) Flöha. „Eine schöne Lehrzeit, wir vier Lehrlinge haben viel gelernt, sind in allen Abteilungen gewesen....,“ sagt sie . Als junge Facharbeiterin wurde sie in der Abteilung Tierische Abrechnung beschäftigt, doch Ende 1968 hieß es „die VEAB wird aufgelöst, in das Fleischkombinat Karl-Marx-Stadt und die Getreidewirtschaft Freiberg integriert,“ erzählt Anita Meier und von den Wandlungen in der folgenden Zeit. Sie fand sich letztendlich als Fakturistin in der Staatlichen Forstwirtschaft Flöha wieder. Später in der Materialversorgung tätig, erlebte sie die Einführung der Computer und die Strukturänderungen im Zuge der politischen Wende in der DDR. Als Mitarbeiterin übernommen, arbeitete sie ab 1991 im Sachsenforst anfangs als Telefonistin und danach in der Registratur weiter. In diese Umbruchzeit fiel auch ein persönlicher Schicksalsschlag. Im Jahr 1971 hatte sie ihren Mann Klaus Meier geheiratet. Sohn Jens war ein Jahr später der Familie zugewachsen. 1988 erlitt Klaus Meier einen Schlaganfall und während eines Familienurlaubs verstarb er 1990. Ein harter Schlag für Anita Meier und ihren Sohn. Zwei Jahre später lernte sie jedoch ihren Lebensgefährten Gerd Uhlemann über eine Annonce kennen. Er wurde 1949 in Plaue geboren und berichtet von einer „Super-Kindheit“ in waldreicher Gegend mit Kühe hüten beim Bauern, Spiel mit dem älteren Bruder, Fußballspiel (FC Karl-Marx-Stadt, Fußballtechnikabzeichen in Gold), Motorsportbegeisterung, Motorrad-Geländesport (MC Grünhainichen) und dem Wunsch einmal MZ-Versuchsfahrer zu werden. 1946–1964 besuchte er die Schule, lernte danach im RAW Karl-Marx-Stadt den Beruf Lokmotivschlosser (Vater war Lokführer). Im Beruf blieb er bis 1974 tätig, wurde dann Kraftfahrer in seinem Betrieb und war als solcher noch tätig als die Wende kam. Betrieblicher Strukturwandel führte ihn in eine Umschulung zum Lackierer. Der Vorteil: Er konnte im RAW bleiben, lackierte nun Lokomotiven. Arbeitslos war er nie. Im Jahr 2004 trat er über den Vorruhe- in den Ruhestand. Beide Partner schauen auf ein erfülltes Arbeitsleben zurück, das Jahrzehnte in einem einzigen Betrieb stattfand und heute durch regelmäßige Kontakte zu ehemaligen Kollegen weiter in Erinnerung bleibt. Anita Meier liebt ihre Rosen und den Besuch von Gartenschauen, Gerd Uhlemann interessiert sich weiter für den Motorsport. „Lebenszeit ist wichtig“ sagt Gerd Uhlemann, der drei Jahre lang seine Mutter gepflegt hat und sich mit seiner Lebensgefährtin indessen um die Tanten kümmert. „Wir haben keine Langeweile, wir wissen, was wir zu tun haben und sind zufrieden, weil es uns gut geht“, schließt Anita Meier den gemeinsamen Bericht.