MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Karl-Otto und Rosel Meinhardt
Die Obermühle der Nachwelt erhalten
Landwirt
Verkäuferin, Rinderzüchterin
Geunitz 9 - Obermühle
07768 Reinstädt
Karl-Otto Meinhardt wurde am 13.10.1936 im thüringischen Geunitz – Obermühle geboren und wuchs mit einem Bruder auf. Von 1942–1950 besuchte er die Schule im benachbarten Reinstädt und absolvierte anschließend in Altdörnfeld eine dreijährige Ausbildung zum Landwirt. Danach arbeitete Karl-Otto jeweils ein Jahr bei der MTS in Echendorf und Rothenstein als Traktorist, bevor er sich vorerst von der Landwirtschaft lossagte und drei Jahre im Straßenbau tätig war. Im Anschluss wechselte er 1958–1965 in den Bereich der Melioration. Auch als Baggerfahrer wurde Karl-Otto Meinhardt eingesetzt. 1960 heiratete er seine Frau Rosel. Mit Andrea, Kerstin und Karin hat das Paar drei Töchter, mittlerweile sieben Enkel und fünf Urenkel. Aufgrund der größeren Familie arbeitete Karl-Otto Meinhardt bis zur Wende wieder in der Landwirtschaft, wo er vorrangig LPG-Brigadier war und anschließend in den Vorruhestand ging. Rosel Meinhardt kam am 13.02.1940 in Reinstädt zur Welt und besuchte acht Jahre die Schule. Sie lernte Verkäuferin und arbeitete bis zur Hochzeit in diesem Beruf. Im Anschluss war sie im hofeigenen, der LPG angeschlossenen Stall tätig und kümmerte sich u.a. um das Melken der Kühe. Parallel absolvierte sie eine Qualifikation zur Rinderzüchterin. 1992 kündigte Rosel Meinhardt und pflegte bis 1996 ihre Schwiegermutter. Nach verschiedenen ABM-Maßnahmen in Reinstädt und in der Landschaftspflege der Gemeinde wurde sie 2000 pensioniert. Ab 1990 haben die Meinhardts zwei selbst ausgebaute Ferienwohnungen betrieben, was aber mittlerweile aus Altersgründen ruht. Auch die Jahrhunderte alte Obermühle auf ihrem Grundstück, die bereits über viele Generationen im Familienbesitz ist, wurde liebevoll restauriert. „Im Krieg hatte man die Mühle stillgelegt. Von 1946–1982 wurde sie durch einen Pächter betrieben. Nachdem dieser gesundheitsbedingt aufhören musste, lag die baufällige Mühle erst einmal brach. 1996 begannen wir mit Fördermitteln, erste Instandhaltungsarbeiten zu verrichten. Ohne die Unterstützung der damaligen Bürgermeisterin Beate Weber hätten wir dieses Projekt nicht stemmen können“, erzählt Karl-Otto Meinhardt. Heute kann die Mühle auch aus diesem Grund der Nachwelt erhalten werden und erfreut sich seit 1999 beim alljährlichen Mühlentag an über 1000 Besuchern. „Unser Enkel führt mittlerweile die Gäste durch das Objekt“, sagt der stolze Opa, der zuvor große Teile seines Gehöfts immer wieder selbst erhalten und erneuert hat. In seiner Freizeit engagiert sich Karl-Otto Meinhardt seit 1990 im Männerchor Reinstädt. Rosel trifft sich im Rahmen der Kirche 14-tägig mit einer Frauengruppe oder kocht viel, gern und gut. Für die Zukunft wünschen sich die Meinhardts eine Kreuzfahrt auf dem Rhein und hoffen auf eine stabile Gesundheit mit weiteren erfüllten gemeinsamen Jahren.