MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Marianne Meier

Sie kocht täglich für die ganze Familie

Marianne Meier

Facharbeiterin für Ackerbau und Viehzucht
Kalkweg 4
04643 Geithain

Ruhe und Ausgeglichenheit sind ihre ganz persönlichen Stärken. Und sie ärgert sich über Unpünktlichkeit. Marianne Meier aus Geithain in Sachsen ist in der Landwirtschaft aufgewachsen. Ihre Eltern sind der bodenständigen Mutter, Oma und inzwischen auch Uroma immer Vorbild gewesen. Es war naheliegend, dass auch Marianne, geboren 1945 in Wickershain, in der Landwirtschaft beruflich Fuß fassen würde. Als jüngstes von drei Kindern, besuchte sie von 1952-1960 die Schule in Geithain und lernte nach der 8. Klasse Facharbeiterin für Ackerbau und Viehzucht. Mit dem Einzug des sozialistischen Frühlings in der Landwirtschaft traten ihre Eltern in die LPG, Typ I, ein (1973 Typ III). Der Vater sagte stets: „Nur eines regiert uns, das ist die Natur.“ An diesen Ausspruch erinnert sich Marianne Meier bis heute gern. „Weil er zutrifft“, erklärt die Mutter von zwei Töchtern und zwei Enkeln, die von 1964-2016 mit ihrem Mann Heinrich (Landwirt, 2016 gestorben) verheiratet war. Tochter Marlis wurde 1965 geboren und ist Physiotherapeutin geworden. Manuela, die Jüngere, Jahrgang 1967, hat ihren Diplomingenieur für Maschinenbau gemacht. Marianne Meier ist stolz auf ihre Kinder und genießt es heute als Rentnerin, den Nachwuchs aufwachsen zu sehen. Sie lässt ihr Berufsleben Revue passieren: Nach drei Jahren Lehrzeit arbeitete sie im Feldbau (bis 1973) und betreute danach zehn Jahre lang 17 Kühe am hauseigenen Hof. Anschließend wechselte sie in die große Milchviehanlage nach Buchheim (1983-1995). Marianne Meier betreute im Schichtdienst mehr als 1 000 Kühe, zuletzt Kälber. 1995 wurde die Milchviehanlage abgewickelt. Mit 50 Jahren wurde sie arbeitslos. Marianne half im Hotel ihrer Schwester aus und ging mit 60 Jahren 2005 in Rente. Ihr Garten und die Handarbeiten halten sie heute in Schwung. Und dann kocht Marianne Meier jeden Tag für ihre ganze Familie. Mal gibt es Altenburger Essen und andere Hausmannskost, dann wieder Entenbraten. Kochen ist eine ihrer Leidenschaften. Sie freut sich immer, wenn es den Kindern schmeckt. Marianne Meier liebt das Bodenständige und den familiären Zusammenhalt. Montags geht sie, die gern in ihrer Heimatregion lebt, zur Chorprobe, wenn sich der Kirchenchor trifft. „Dort fehlt der Männer-Nachwuchs“, sagt sie schmunzelnd. Geprobt wird für die unterschiedlichsten Auftritte, je nach Anlass – von der Hochzeit bis zur Bestattung. Seit 1960 singt Marianne Meier im Chor mit. Wenn sie Zeit hat, häkelt sie Tiere für den Urenkel. Das geschieht meistens im Winter, da ruht die Gartenarbeit. Für ihre gesamte Familie wünscht sich Marianne Meier Frieden und Gesundheit. All das sei schließlich nicht selbstverständlich, das dürfe nicht vergessen werden. Dafür ist die Rentnerin dankbar.
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