MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Kerrin Meinhard
Das Privatleben hat jetzt Priorität
Technische Zeichnerin / Teilkonstrukteurin
99887 Hohenkirchen
Kerrin Meinhardt wurde am 15.12.1945 im vogtländischen Lengenfeld geboren. Von 1952¬–1962 besuchte sie die Schule in ihrer Heimatregion und erlernte im Anschluss den Beruf der Technischen Zeichnerin. „Ich hatte einen zweijährigen Lehrvertrag mit den VEB Renak-Werken Reichenbach und wurde im VEB Maschinenfabrik Nema in Netzschkau ausgebildet“, berichtet Kerrin, die danach von den Renak-Werken übernommen wurde. 1966 heiratete sie ihren Mann, den Thüringer Wolfgang Meinhardt, der als Konstrukteur / Diplomingenieur für drei verschiedene Fachrichtungen, tätig war. „Unser gemeinsamer Lebensmittelpunkt wurde fortan Erfurt, da wir hier Wohnraum bekamen und in Konstruktionsbüros verschiedener Abteilungen des großen Erfurter Betriebes VEB Umformtechnik Arbeit fanden“, erzählt Kerrin, die sich in zweijähriger Abendschulausbildung auch noch zur Teilkonstrukteurin ausbilden ließ. Mit Falk (*1974; Richter für Arbeitsrecht) und Ulf (*1980; Dipl.-Ing. für Luft- und Raumfahrt im Flugzeugwerk Dresden) hat das Paar zwei Söhne und mittlerweile drei Enkel. 1975 zogen die Meinhardts wieder zurück aufs Land, um perspektivisch das Haus der Schwiegereltern zu übernehmen. Bis zur Wende waren dann beide in einem Gothaer Konstruktionsbüro beschäftigt, welches eine Außenstelle des VEB Umformtechnik Erfurt darstellte. „Mein Mann war nun mein Chef und leitete diese große Abteilung“, schmunzelt Kerrin Meinhardt. Mit der Wende geriet der Maschinenbau in eine tiefe Krise. Die Außenstelle Gotha wurde aufgelöst und in den Stammbetrieb Erfurt eingegliedert. Aufgrund fortschreitenden Personalabbaus ließ sich Kerrin Meinhardt 1992 kündigen und hielt ihrem Mann den Rücken frei, der in leitender Position angestellt blieb. Nach Phasen der Arbeitslosigkeit folgten mehrere kleinere berufliche Stationen, u.a. bei einer privaten Straßen- und Tiefbaufirma in Gotha und Eisenach, einer halbjährigen Weiterbildung mit Abschluss zur Bauzeichnerin und einem vom Arbeitgeber geförderten Job als Sachbearbeiterin. Über eine Zeitarbeitsfirma fand sie von 2001–2008 noch einmal eine neue Herausforderung bei der Firma Deckel Maho GmbH in Seebach, von der sie nach einiger Zeit auch übernommen wurde. Mit 63 Jahren ging Kerrin Meinhardt auf eigenen Wunsch in Rente, da ihr Mann nach über 30-jähriger Betriebszugehörigkeit bereits seit 2007 pensioniert war. „Für uns stand das Privatleben nun an erster Stelle“, sagt sie. Seit 2008 engagieren sich beide im Nordic Walking Team Gräfenhain. Während Wolfgang Meinhardt seine Freizeit am liebsten mit Gartenarbeit verbringt, liest Kerrin viel oder hält sich sportlich fit. Auch Reisen haben einen hohen Stellenwert bekommen. Für die Zukunft wünscht sich das Ehepaar noch viele schöne gemeinsame Jahre bei guter Gesundheit im Kreise ihrer harmonischen intakten Familie.