MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Siegfried und Helga Meichsner
„In einer friedlichen Familie kommt das Glück von selber.“ (Fernöstliche Weisheit)
Windmühlenweg 9 d
04849 Bad Düben
Fon: 034243 / 22992
Koch oder Mechaniker wäre das 1943 geborene Mädchen Helga gerne geworden. Doch als sie die 8. Klasse beendet hatte, befanden die Eltern das grazile Mädchen sei dafür nicht geeignet. Sie erhielt die Möglichkeit in einer Versuchsklasse für Laborantinnen zu lernen. Nur zehn der zwanzig Schülerinnen bewältigten den eigentlich für Abiturienten vorgesehenen Lehrstoff und legten erfolgreich die Prüfung ab. Helga war eine von ihnen. In einem Bitterfelder Betrieb fand sie erste Anstellung als Laborantin. Doch der Betriebsarzt riet bald zum Wechsel weil der Schichtdienst ihrer Gesundheit abträglich war. Im Forschungslabor der anorganischen Abteilung des CKB Bitterfeld fand sie neue Herausforderung für die nächsten sieben Jahre. Indessen verheiratet (1964) und Mutter von zwei Töchtern (Susanne, Zerspanungsfacharbeiterin / Silvia, Dipl.-Ing. für Biotechnologie), erforderte ein arbeitsmäßiger Umzug nach Bad Düben erneute Veränderung. Erst zwei Monate Hausfrau, arbeitete sie dann zweieinhalb Jahre in der gegenüberliegenden Wäscherei und danach in der Staatlichen Wasserwirtschaft. Von Beginn an dabei, begleitete sie den Aufbau dieser Institution in Bad Düben und arbeitete ab Inbetriebnahme mit einer weiteren Kollegin in der Überwachung der DDR-Betriebe zur Einhaltung von verordneten Grenzwerten. „Mit der Wende fiel das alles weg. Dann haben wir nur noch Flüsse, Seen und Grundwasser überwacht. Damit wurde zwar die Qualität des Wassers erfasst, doch der Verursacher von Verunreinigungen blieb unklar...“ berichtet Helga Meichsner. Im Jahr 2001 erlitt sie einen Unfall der schließlich zur Teilerwerbslosigkeit und später zur Erwerbsunfähigkeit führte. Ehemann Siegfried, geboren 1944, stand seiner Frau in schwerer Zeit zur Seite. Dem Sohn einer Postangestellten und eines Tischlers wurde handwerkliches Geschick sozusagen mit in die Wiege gelegt. Sein Berufswunsch war von jeher deshalb auch Schornsteinbauer oder Maurer. Letzteren Beruf lernte er dann auch nach Abschluss der 8. Klasse im VEB Bau Eilenburg (später Wohnungsbaukombinat Leipzig). Von der Einberufung zum Grundwehdienst immer wieder zurückgestellt (Wohnraumversorgung der Bevölkerung ging vor) wurde er sofort eingezogen, nachdem er einen Auslandseinsatz – zwei Jahre Afrika – wegen der Schwangerschaft seiner Frau ablehnte. Zurückgekehrt, wechselte er verärgert in die PGH Ausbau Bad Düben und blieb hier bis 1984 (Vorarbeiter, Lehrausbilder) tätig. Danach wechselte er zur Nationalen Volksarmee. Er arbeitete als Zivilbeschäftigter (Maurer im Unterkunftsdienst), blieb bis zum Renteneintritt im Jahr 2009. Siegfried und Helga Meichsner haben eine Eigenschaft gemeinsam: Ihre unbedingte Hilfsbereitschaft. „Wenn jemand Hilfe braucht ist er sofort da“, sagt Helga Meichsner von ihrem Mann und er berichtet von ihr als „Mutti im Haus“. Der Garten ist beider besonderes Hobby und das Reisen in die Türkei gemeinsame Liebe. Auf die Kinder, die vier Enkelkinder und beiden Urenkel sind die Meichsners besonders stolz. Die gegenseitige Unterstützung in der Familie ist sprichwörtlich und Helga Meichsner in ihrem Element wenn sie alle umsorgen kann. Gesund alt werden, die Enkel und Urenkel aufwachsen sehen und reisen können, das ist beider Wunsch für die Zukunft.