MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christa Meißner
Eine Frau und ihr Weg
Krankenschwester und Sekretärin
01069 Dresden
1936 im schlesischen Nieder-Weistritz bei Schweidnitz geboren, begann Christa Meißner dort zur Schule zu gehen. 1946 wurde die Familie aus den nun polnischen Gebieten ausgesiedelt, lebten mit sieben Personen (Mutter, vier Kinder, Großeltern) in einem Zimmer beim Großgrundbesitzer in Pausitz bei Wurzen, hüteten Kühe, gingen zum Kartoffelstoppeln und Ährenlesen auf die Felder. Als der Vater heimkehrte, im Polenzer Forst Arbeit fand, wurde das dortige Schießstandwärterhaus zur neuen Heimat. In Polenz schloss Christa Meißner 1949 die 8. Klasse ab, lebte danach im Internat der Grimmaer Oberschule (der ehemaligen Fürstenschule), wo sie 1954 das Abitur ablegen konnte. Danach arbeitete sie als Hilfskraft im Wurzener Krankenhaus, legte die Hilfsschwesternprüfung ab.Hier lernte sie ihren Mann Claus kennen, den ein Motorradunfall in ihre Pflege geführt hatte. 1956 heirateten sie, ein Leben vorläufig in Trennung, denn Claus Meißner studierte in Moskau. Trotz Geburt der ersten Tochter konnte sie 1957 nach absolviertem Abendstudium die Schwesternprüfung ablegen. Als Claus Meißner 1960 in Dresden in der Luftfahrtindustrie angestellt wurde, ging die Familie mit. Wegen der Kinder (1959 die zweite Tochter, 1969 der Sohn) arbeitete Frau Christa nun vorwiegend als Nachtschwester auf der Inneren Station der Medizinischen Akademie „Carl Gustav Carus“. Doch wegen der Schichtarbeit gab sie den geliebten Beruf als Krankenschwester auf. Von 1966–1969 arbeitete sie als Technische Rechnerin beim VEB Vakutronik Dresden und von 1970–1978 als Sekretärin beim VEM Meßelektronik. 1979 folgte sie ihrem damaligen Leiter als seine Sekretärin zur Akademie der Wissenschaften, ZKI Dresden. Nach 1989 wurde das ZKI von der Fraunhofer Gesellschaft übernommen. Dort war Christa Meißner bis zu ihrem Ruhestand 1999 tätig.
Noch heute lebt das Ehepaar Meißner in dem Haus mit Garten, das 1966 bezogen werden konnte. Zu den drei Kindern haben sich inzwischen fünf Enkel und die Urenkelzwillinge gesellt. Die Literatur, das Kulturangebot Dresdens (Theater, Konzerte), die Wanderungen in den nahen Schönheiten der Sächsischen Schweiz, dies alles beschäftigt Meißners heute. Tradition sind das Klassentreffen der Grimmaer Oberschüler (seit 1955 jährlich) und der Pflaumenkuchen, wenn die ehemaligen Kollegen eingeladen sind.