MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Margit Mehr

Auf den Tisch von Bedürftigen

Margit Mehr
Vereinsvorsitzende „Wir“ e. V. – Landfrauen helfen sich selbst

Robert-Koch-Straße 16
06917 Jessen (Elster)
Fon: 03537 / 217947 
Fax: 03537 / 216219
Internet: www.wir-landfrauen.de
E-Mail: margit.mehr(at)web.de 

„Nomen est omen“ – übersetzt heißt diese lateinische Redensart: „Der Name ist ein Zeichen“. Ein Zeichen setzen wollten 1996 auch Frauen aus Jessen mit der Gründung des gemeinnützigen Vereins „Wir“ – Landfrauen helfen sich selbst. Der Name stehe für Gemeinschaftssinn, Solidarität und positives Denken, so die geschäftsführende Vereinsvorsitzende Margit Mehr. „Wir“ sei ein Zusammenschluss von Menschen, die arbeitslos waren oder es noch sind. Der Verein böte Hilfe jedem, der sie brauche, erläutert Margit Mehr, die 2001 mit dem Vereinsvorsitz betraut wurde. Margit Mehr geht in diesem Ehrenamt auf. Wann immer sie kann ist sie für den Verein unterwegs. Geboren wird sie 1959 in Annaburg. Nach der 10. Klasse lernt sie Wirtschaftskauffrau und arbeitet anschließend im Großhandel. Von 1981 bis 1990 ist sie in der Cottbuser Konsumverwaltung tätig. 1991 wird der Konsum „abgewickelt“. Margit Mehr findet in der GmbH „Integra“ als Buchhalterin eine neue Beschäftigung. Ab Sommer 1999 gehört Margit Mehr zum Verein. Als Mitglied und Mitarbeiterin. Viele Projekte hat der Verein auf den Weg gebracht. Er ist auf Spenden angewiesen, um die Sozialarbeit und die Jessener Tafel zu finanzieren. „Wir sammeln Wäsche, Möbel, Hausrat, beraten junge Familien“, erzählt Margit Mehr. „Zwanzig Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen. Wir sorgen dafür, dass Essen dorthin gelangt, wo es hingehört. Auf den Tisch von Bedürftigen.“ Der Verein hat ein umfangreiches Programm. Er betreibt eine Spielzeug- und Tauschbörse, ein Spielzeugmuseum, eine Suppenküche, eine Kleiderkammer mit Nähwerkstatt und Kostümverleih. In seiner Kreativwerkstatt gibt es Workshops, Bastelstunden und Projekttage … Eine Menge über den Kräuteranbau erfährt der Besucher in den Kräutergärten von Jessen und Prettin. Und mit dem Himmelsberg, der ältesten Rebanlage im Raum Jessen, soll eine alte Tradition bewahrt werden. Im Annaburger Frauentreff finden arbeitslose Frauen Unterstützung bei der Jobsuche. „Und wir wollen sie auch ermutigen, sich wieder mehr zuzutrauen“, meint Margit Mehr. Dank der EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER besitzt der Verein seit 2005 auch ein regionales Reisebüro. Gedacht für Leute, die kostengünstig ihre Heimat erkunden möchten. „Die soziale Armut wächst und somit auch die Zahl der Bedürftigen“, betont Margit Mehr. Sie wünsche sich, dass der Verein noch lange existiere. Denn er bedeute Hilfe und Hoffnung. Mit „WIR“ hätten die Frauen von Jessen ein Zeichen gesetzt.
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