MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Joachim und Erika Mattner
„Zufriedenheit mit seiner Lage ist der größte und sicherste Reichtum.“ (Marcus Tullius Cicero)
Elballee 58
06846 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 650445
Joachim Mattner wurde 1936 als Sohn einer Hausfrau und eines Tischlers geboren. Der Kontakt zum Vater war begrenzt. Erst im Krieg, ging dieser danach in die alten Bundesländer – aus Angst vor den Russen. Joachim Mattner sah ihn noch einmal nach der Wiedervereinigung – durch Suche und Vermittlung seines Bruders. Nach der Schulzeit 1942–1950 beendete Joachim Mattner 1953 seine Lehre, war nun Maschinenschlosser. Während der Lehre hatte er seine Frau Erika kennen und lieben gelernt. 1956 wurde geheiratet. Nach Lehrende arbeitete er im Mühlenbau und diente dann 1954–1959 bei der Seepolizei, später Kasernierten Volkspolizei. Zurück im Betrieb arbeitete er wieder als Schlosser (Mühlenbau und Reparaturabteilung) und absolvierte 1959–1961 einen Meisterlehrgang auf der Abendschule. Nach Slanzy in Estland (1961) delegiert, wirkte er als Montagemeister an der Reparatur des Schachtofens eines Zementwerkes mit. Erika Mattner ergänzt: „Und ich war mit den Kindern (Frank, geb, 1960, Bewirtschaftungsleiter Deutsche Bahn und Inge, geb., 1956, Krippenerzieherin) immer alleine, musste selbst die Kohlen für den Kachelofen in den Keller schippen...“ Kurz vor Weihnachten kehrte Joachim Mattner zur Familie zurück. Doch nach den Feiertagen wartete bereits der nächste Auslandseinsatz auf ihn. 1962–1963 arbeitete als Obermonteur im Donauzementwerk in Ungarn. Die Familie konnte nun jedoch die überwiegende Zeit begleitend mitfahren. Zurück in der Reparaturwerkstatt arbeitet er in der Hauptmechanik, wurde ab 1964 dort als Reparaturtechnologe eingesetzt. Bis 1975 war er so tätig, studierte dann am Bauhaus Dessau (Abendschule), wurde Ingenieur / Fachrichtung Technologie und Schmierungstechnik (Abschluss 1980). Ab 1978 wurde er als Verantwortlicher für Schmierungstechnik eingesetzt – bis 1989. Im Zuge der Wende- und betrieblichen Struktur-Veränderungen arbeitete er als ABM-Kraft im Betrieb weiter, war verantwortlicher Abteilungsleiter für den Umbau der Werkstätten. 1992 endete diese Aufgabe. Über den Vorruhestand ging er 2001 in die Altersrente. Ab 1953 war Joachim Mattner im Seesport erst selbst, dann als Kreisausbildungsleiter der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) aktiv. Diese Funktion gab er 1984 ab um sich als WPO-Sekretär (Wohn-Partei-Organisation) der Rentnerbetreuung im Wohnbezirk widmen zu können. Nach Ende des Berufslebens haben sich die Mattners „die Welt angeschaut“, wie sie sagen. „Viel gereist und alles gesehen ...“, berichten sie davon. Erika Mattner, geb. 1935, Schlosserin, hat ihre eigene Entwicklung stets auf die familiären Erfordernissen und den Berufsweg ihres Mannes ausgerichtet. Als Kassiererin in der Betriebskantine war sie tätig, bevor sie in den Ruhestand trat. Familie Mattener ist stolz auf die Entwicklung ihrer Kinder, freut sich über die beiden Enkel und zwei Urenkel. Erika Mattners gesundheitliche Beeinträchtigungen führen nicht dazu, dass sie mit dem Schicksal hadern. Ihr Mann ist es jetzt, der sie unterstützt und beide sagen zufrieden: „Aber wir haben gut gelebt!“