MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans-Joachim Maul
„Zufriedenheit ist die Grundlage zum Glücklichsein“
Forstingenieur
99090 Erfurt
Die Jagd und die Natur, das war schon frühzeitig seine Leidenschaft. In die Flur zu gehen, geprägt durch den jagdlich interessierten Onkel, bildete die Grundlage für den Berufswunsch von Hans-Joachim Maul aus Erfurt. Der dort 1937 geborene Thüringer ist im Ortsteil Töttelstädt aufgewachsen und hier acht Jahre zur Schule gegangen. Weil der handwerklich begabte Junge auch gern modellierte, lernte er zunächst Steinmetz und wurde aber als Maurer unterrichtet. Die Lehre zog er jedoch nicht bis zum Ende durch, sein Ausbildungsbetrieb existierte nicht mehr. Hans-Joachim Maul ging in den tiefsten Süden seiner thüringischen Heimat, nach Bad Salzungen, um Forstfacharbeiter zu werden. Seine Ausbildung schloss er mit sehr guten Ergebnissen ab und kam als Hilfskraft zunächst zu einem Revierförster. Nach seiner anderthalbjährigen Dienstzeit als Grenzpolizist sollte er an die Forstfachschule nach Schwarzburg delegiert werden. Dort gab es zu viele Studienbewerber, so dass er trotz guter Ergebnisse und Reverenzen nicht ausgewählt wurde. Über Umwege sollte es schließlich ein ganzes Jahrzehnt dauern, bis er seinem Ziel ganz nahe kam. Hans-Joachim Maul, als Absolvent der Arbeiter- und Bauern-Fakultät (ABF) Leipzig und späterer Fachschüler nun qualifiziert, wurde Forstingenieur mit spezieller Ausbildung zum Revierförster. Er leistete in den 60 und 70er Jahren verwaltungstechnische Arbeit im StFB Gotha, 10 Jahre davon direkt als Revierleiter im Wald. Danach nutzte er die Entwicklungschancen in der Militärforstwirtschaft, ohne dabei Armeeangehöriger zu sein. Als es zu DDR-Zeiten galt, Schneebruch-Schäden in den Wäldern des Erzgebirges zu beseitigen, leitete er in Schneeberg den Einsatz von Soldaten und sollte auch in Suhl Verantwortung übernehmen. Wochenlang war Hans-Joachim Maul nicht zu Hause in Töttelstädt, während seine Ehefrau (mit knapp 50 Jahren an Krebs gestorben) die Erziehung der beiden 1965 und 1968 geborenen gemeinsamen Kinder übernahm. Er entschied sich schließlich für die Familie und arbeitete beim Rat des Bezirkes in Erfurt. Hans-Joachim Maul wurde beim Wirtschaftsrat beschäftigt, hatte aber auch Verbindungen zur Abteilung Forstwirtschaft. Als der Rat des Bezirkes zur Wende aufgelöst wurde, musste sich der kommunistisch geprägte Forstingenieur beruflich neu orientieren.Die Stadt Erfurt suchte einen Leiter für ihr Krematorium. Hans-Joachim Maul kniete sich während einer Probezeit in die neue Arbeit hinein, wurde aber aufgrund seiner politischen Gesinnung nicht im öffentlichen Dienst angestellt. Er stieg als Niederlassungsleiter bei einem Bestattungsinstitut ein. Weil er stets Umgang mit Menschen hatte und dies gut verstand, gelang es ihm später, bis zum Renteneintritt, auch als Bauleiter bei einem Abwasserzweckverband seine Erfahrungen einzubringen und Menschen anzuleiten. Seit 2002 ist Elfriede Haak (in der Krankenpflege als Sachbearbeiterin tätig gewesen) als Lebenspartnerin an seiner Seite. „Zufriedenheit ist die Grundlage zum Glücklichsein“, lautet das Lebensmotto von Hans-Joachim Maul, der drei Enkel hat und viel Freizeit mit Basteln und Tüfteln verbringt. Mindestens 95 Jahre alt will er werden. 30 Jahre hat er keinen Doktor gebraucht, der Wald hat seine Gesundheit erhalten. Jetzt müssen es Ärzte übernehmen. Zu seinen Erfolgserlebnissen zählen die erfolgreiche Entwicklung im Beruf, der Bau des Eigenheimes in den 70er Jahren in eigener Regie, die Konstruktion und der Bau eines Kleintransporters zur Unterstützung der Bauaktivitäten, der Ausbau des Hobby-Raumes zur Werkstatt mit der Nutzung als Tischler, Drechsler, Schnitzer und Schlosser. Es entstand so eine breite Palette von brauchbaren Produkten.