MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dipl.-Ing. Kurt Rudolf Mayer
Das Buch der Erinnerungen
Oberstudiendirektor a. D.
Silcherstraße 36
73779 Deizisau
Fon: 07153 / 26612
Internet: www.wilhelm-maybach-schule.de
Die Familie steht bei Kurt Rudolf Mayer an erster Stelle. In dem
großen Familienkreis, zu dem mittlerweile zwölf Enkelkinder gehören,
glänzt er als phantasievoller Spielkamerad für die Kleinen. Und als köstlicher
Märchenerzähler. Viele haben ihn auf seinem Weg unterstützt, wie
sein Vater oder der Schulleiter Herr Bandl. Der Oberstudiendirektor a. D.
gefällt sich in seiner Rolle als gute Seele, die für die anderen da ist.
Wenn Kurt Mayer im Buch der Erinnerungen blättert, gibt es viel
zu entdecken. Er wurde am 18. Februar 1926 in Esslingen geboren, ein
kleines Stück entfernt von Deizisau, wo er heute wohnt. In der Zwischenzeit
kam er jedoch weit herum, bis nach Quito in Südamerika. Am Beginn
seiner Geschichte steht jedoch der Krieg. Damals wurde der Schüler als
Luftwaffenhelfer eingezogen. Ehe er in Böblingen zur Wehrmacht eingezogen
wurde, führte ihn der Reichsarbeitsdienst weiter nach Salzburg,
wo sich die NS-Größen die Klinke in die Hand gaben. Ehe Kurt Mayer
in französische Gefangenschaft geriet, erlebte er im Dresdener Bombeninferno
den totalen Irrsinn des Krieges. „Wir müssen mehr Frieden in die
Welt bringen“, fasst er seine persönlichen Erfahrungen zusammen.
Nach dem Krieg studierte er Maschinenbau und arbeitete anschließend
als Konstrukteur in der Maschinenfabrik Esslingen. Das Kultusministerium
suchte Gewerbelehrer. Kurt Mayer drückte noch einmal die Schulbank,
vor der er bald darauf selbst seinen Schülern erschien. Er lehrte schließlich
Kfz- und Gießereitechnik an einer Berufsfachschule in Bad Cannstatt,
deren Leitung ihm ebenfalls oblag. Auf seinen Vorschlag erhielt sie den
Namen „Wilhelm-Maybach-Schule“, nach dem Konstrukteur des ersten
Mercedes-Wagens. Der Direktor lehrte nicht nur, er führte auch für die
Handwerkskammer Meisterprüfungen durch.
Im Lauf seiner Karriere wurde Kurt Mayer mit Hans-Martin Schleyer
bekannt, dessen blutiges Ende im deutschen Herbst 1977 ihn tief bestürzte.
Doch der christliche Glaube schenkt ihm die Zuversicht, dass der Traum
vom Weltfrieden eines Tages Wirklichkeit wird.
Kurt Mayer ist aktives CDU-Mitglied im Landkreis und gründete die
Junge Union in Esslingen. Von 1948 bis 1953 war er Kreisvorsitzender
der CDU. 1960 siedelte er nach Deizisau und wurde dort 2. Vorsitzender
des evangelischen Kirchengemeinderates und leitete gleichzeitig den
dortigen CVJM. In seiner Zeit als Schuldirektor vertrat er das Pfarreramt
in Deizisau. Er ist Mitglied des Vereins der „Freunde der Wilhelm-
Maybach-Schule“, ein bekanntes Vorbild für andere gemeinnützige
Fördervereine.