MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Günter Meckel
Wer A sagt, muss auch B sagen
Torgauer Str. 39
06905 Bad Schmiedeberg
Fon: 034925 / 70546
Die Weichen für die berufliche Entwicklung des 1940 geborenen Günter Meckel stellte indirekt der Chemielehrer. Eine ungerechte Behandlung durch ihn verärgerte den für dieses Fach interessierten und schulisch beste Noten habenden jungen Mann so, dass er seinen Lehrvertrag für einen Chemieberuf kurzerhand zerriss. Was nun, war jetzt die Frage? Der Vater suchte und fand eine Lehrstelle bei der Eisenbahn. Sohn Günter lernte nun so 1954–1957 Facharbeiter für Betriebs- und Verkehrstechnik. Schnell hatte er sich mit der neuen beruflichen Zukunft arrangiert, die Lehre machte Spaß. Ein Jahr nach Beendigung dieser und bis 1963 leistete er Dienst bei der Bahnpolizei (Hauptwachtmeister). Zurück bei der Bahn, wurde er erst als Fahrdienstleiter eingesetzt, später als Dienstvorsteher in Bad Düben und nach Berufung in die politische Abteilung, Mitarbeiter in derselben. Die fachlichen Voraussetzungen erlangte er durch das Nachholen des Abschlusses der 10. Klasse und durch ein Fernstudium an der Verkehrshochschule Dresden, dass er mit einem Diplom für Wirtschaftsökonomie abschließen konnte. Mit der Wende wechselte er in die Betriebsabteilung. Doch die Arbeitsplätze wurden immer weiter abgebaut. Das Reichsbahnamt wurde schließlich abgewickelt, er in Folge mit 56 Jahren 1996 in den Vorruhestand versetzt. Die neun Jahre bis zur Rente blieb er aktiv, wurde in mehreren ABM eingesetzt, mit der Aufgabe die dort tätigen Kräfte anzuleiten. Angebote in den alten Bundesländern im Beruf tätig zu werden lehnte er ab. Seine Frau Christa hatte im Zuge einer Jahrzehnte bestehenden, schweren Diabetes die Sehkraft verloren und war dringend auf seine Hilfe angewiesen. So, wie sie es auch heute noch ist. Keine leichte Aufgabe für Günter Meckel, der eigentlich einmal dachte einen geruhsamen Feierabend zu verbringen und sich nun mit allen Haushaltsaufgaben alleine befassen muss. Aber er tut dies gerne für seine Frau, findet ihr das schuldig zu sein nach alle den gemeinsamen Jahren, denn „wer A sagt, muss auch B sagen“, äußert er dazu. Indessen sind kochen und backen zu seinen Hobbys geworden. Wenn er einen Wunsch frei hätte, würde er sich wünschen, dass seine Frau gesundheitlich in der Lage wäre mit ihm zu seinen Söhnen zu reisen. Aber das bleibt ein unerfüllbarer Wunsch, wie er weiß. Und so ist der Kontakt zu Frank (geb. 1959, IT-Spezialist), Dirk ( geb. 1961, Eisenbahner) und Ray (geb. 1962, Elektriker) eher selten geworden durch diesen Umstand und die Entfernungen. Doch seinem Stolz auf die drei Jungs, die fünf Enkel und zwei Urenkel tut das keinen Abbruch.